52 Games #11 – Tiere: Donkey Kong Country

Wenn ich an Tiere in Videogames denke, seien es Protagonisten oder nur Nebenfiguren, dann fällt mir zu allererst Donkey Kong Country von der guten alten Softwareschmiede Rare ein. DKC war für mich eines der großartigsten Highlights der SNES-Ära. Hier gibt es keine Menschen, nur die unterschiedlichsten Tierarten beleben das Spiel. Donkey Kong, der bekannteste Gorilla der Videospielgeschichte, spielt die Hauptrolle. Vorher war er nur der böse Affe und erster Gegenspieler des Klempners Mario, hier musste er sich erstmals als der sympathische Protagonist behaupten.

Damals war DKC von Anfang an etwas besonderes. Es war grafisch eine absolute Wucht. Im Grunde war es natürlich ein ganz zweidimensionales und klassisches Spiel, aber die Grafik war derart wunderschön gezeichnet und räumlich, wirkte richtig plastisch, so dass selbst die ersten Spiele der folgenden Konsolengeneration (N64 & PSX) dagegen relativ schlecht aussahen.

Es zog zwei Fortsetzungen (nur auf dem SNES, später kam da natürlich noch mehr) nach sich, alle habe ich begeistert gespielt, aber der beste und unterhaltsamste Teil war für mich immer das Original. Wenn ich mich an die gute alte SNES-Zeit erinnere, denke ich im Grunde fast immer an dieses Spiel. Noch heute habe ich viele Levels und Szenen glasklar im Gedächtnis. Der Dschungel, die Fahrt durch die Minen, der Gletscher, das Schiff… Donkey Kong Country konnte ich immer und immer wieder durchspielen, ohne dass es langweilig geworden wäre.

Und erst die Musik, diese großartige Musik! Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich damals mit einem Kassettenrekorder vor dem Fernseher saß und versucht habe, die Titelmelodie in einigermaßen hörbarer Qualität aufzunehmen. Jetzt habe ich die Melodie schon wieder im Ohr… Gleich mal auf Spotify suchen! Da, gefunden: Donkey Kong Country Theme. Aber auch die Melodie, die im Hintergrund während dem letzten Bosskampf lief, blieb sehr lange im Ohr: Gang-Plank Galleon. Spotify ist großartig! Das hier sind natürlich nicht ganz die Originale, sondern 8-bit-style Remixe, aber sie kommen dem damaligen Klang ziemlich nah. Hier sind noch zwei YouTube-Links zu den Originalen: Theme & Bosskampf. Und noch ein Gitarrencover. Jetzt bekomme ich diese Melodie wieder tagelang nicht aus dem Kopf…

Aber zurück zum eigentlichen Thema, ich liebte dieses Spiel. Nicht nur wegen des großartigen Soundtracks, auch wegen der sympathischen Affen, der unglaublich guten Grafik, des einfachen aber doch schwierigen und packenden Gameplays… Mir fällt eigentlich kein einziger Kritikpunkt ein. Eigentlich bekomme ich gerade Lust, das gute alte SNES endlich mal wieder zu entstauben und den Affen zu spielen.

 

Dieser Blogeintrag zum Thema “Tiere” ist ein Teil des Blogprojektes 52 Games von Zockwork Orange. Jede Woche wird ein neues Thema vorgegeben, zu dem es dann ein passendes Spiel zu wählen gilt, über das jeder teilnehmende Blogger seinen Senf in Form eines Blogeintrages abgeben kann.

52 Games #6 – Geschwindigkeit: F-Zero X

Thema Geschwindigkeit. Welches Spiel würde sich hier besser eignen als F-Zero X? Keines! Mittlerweile gibt es natürlich einige ähnliche Spiele, die mit hoher Geschwindigkeit zu punkten versuchen. Doch das ursprüngliche F-Zero auf dem guten alten SNES war lange vor Wipeout oder Extreme G eines der ersten futuristischen und derart schnellen Rennspiele.

1998 für das N64 erschienen (und von mir erstmal nicht sofort gekauft, sondern erst von einem Freund geliehen) hat mich das Spiel tatsächlich jahrelang begeistert.

Das Besondere daran war jedoch nicht der einfache Einspielermodus. Das Besondere war auch nicht die hohe Geschwindigkeit des Spiels. Klar, das Spiel war schon irrwitzig schnell. Ich habe in meiner bisherigen Zockerkarriere einige Rennspiele gespielt, aber den  besonderen Reiz von F-Zero X machte zumindest für mich aus, sich mit dem eigentlichen Besitzer des Spiels zu messen. Damals, im Pre-Vernetzte-Konsolen-Zeitalter war das noch gar nicht so einfach und schnell machbar wie heute.

Er lieh mir das Spiel aus, ich brach mit einiger Mühe seinen Rekord auf unserer Lieblingsstrecke, gab es ihm wieder zurück, er war an der Reihe. So ging das lange Zeit immer weiter. Mit der Zeit wurde es natürlich immer schwerer, den bestehenden Rekord zu brechen – es ging irgendwann nur noch um Zehntel-, dann Hundertstelsekunden. Immer enger lagen die Bestzeiten beieinander, immer schwieriger wurde es, die perfekte Ideallinie noch einen minimalen Tick zu verbessern. Immer süchtiger machte das Spiel :D

Besonders gut geeignet war für diesen Zweck die Strecke “Silence”. Sie war auf den ersten Blick sehr einfach, denn aufgrund ihrer ringförmigen Struktur ging sie scheinbar immer nur geradeaus. Doch das machte es umso schwerer, noch die letzten Hundertstelsekunden gegenüber der alten Ideallinie einzusparen. Man musste die perfekte Linie fahren, durfte nicht auch nur das kleinste Bisschen mit dem Analogstick zittern, jeder minimale Fehler führte natürlich sofort zum Scheitern.

Natürlich ging das nicht ewig weiter, irgendwann hatten wir unseren Wettbewerb eingestellt und uns mehr den anderen Spielen oder neueren Konsolen zugewandt. Einige Jahre später habe ich das Spiel auf einem Flohmarkt zum günstigen Preis wiederentdeckt und doch noch gekauft. Die Faszination war leider nicht mehr ganz so groß wie noch einige Jahre zuvor. Aber Spaß macht das Spiel immer wieder.

 

Dieser Artikel ist Teil des offenen Blogprojektes “52 Games” auf Zockwork Orange. Jede Woche wird ein Thema vorgegeben, zu dem es dann ein passendes Spiel zu wählen gilt, über das jeder teilnehmende Blogger seinen Senf in Form eines Blogeintrages abgeben kann.

Zwar gibt es wohl Minuspunkte, wenn man den Eintrag zu diesem Thema unkreativerweise einem Rennspiel widmet, aber mir ist einfach nichts besseres eingefallen.

52 Games #5: Prüfung – Battletoads in Battlemaniacs

Und wieder ein weiterer Beitrag aus der Reihe 52 Games - ein Thema wird per Zufall gewählt, interessierte Blogger schreiben über Spiele, die ihnen zum entsprechenden Thema einfallen.

Das Thema der aktuellen Woche lautet Prüfung. Zum ersten Mal schreibe ich einen Beitrag pünktlich, die letzten vier habe ich viel zu spät “nachgereicht”. Das könnte man schon eine bestandene Prüfung nennen. :D Aber Scherz beiseite.

Viele werden wohl über Demon’s Souls oder Dark Souls schreiben. Durchaus verständlich, setzen die Spiele mit ihrem Schwierigkeitsgrad in der heutigen Zeit doch neue Maßstäbe. Doch beide Titel habe ich noch nicht gespielt (sie stehen jedoch fest auf meiner To-Play-Liste), daher wandere ich auch für diesen Beitrag wieder etwas weiter in die Vergangenheit.

Mein dieswöchiges Spiel ist Battletoads in Battlemaniacs.

Erschienen 1993 für das SNES. Entwickelt von Rare. Für mich persönlich ein fast zeitloser Klassiker. Zumindest hat es einen ganz dicken Nostalgie-Bonus bei mir. Ein Spiel, das ich jahrelang geliebt und gleichzeitig verflucht habe. Ein unglaublich abwechslungsreiches Spiel. Eine schwere Prüfung.

Irgendwann in den 90ern, als ich mein Super Nintendo noch gar nicht so lange hatte, war das Spiel mal für 30 Deutsche Mark bei Real im Angebot. Ich wusste nichts darüber, fand lediglich das Cover interessanter und vielversprechender als die anderen beiden Spiele, die es für den selben Preis gab. Damit war eine Entscheidung gefallen, die jahrelange Folgen nach sich ziehen sollte.

Es begann ganz harmlos. In Double Dragon Manier prügelte man sich mit den Kampfkröten Pimple und Rash (Zitz, die dritte Kröte im Bunde, wird zu Beginn des Spiels entführt) durch die Schweine- und Skeletthorden. Man konnte die Kämpfe alleine oder auf Wunsch zu zweit mit einem weiteren Mitspieler bestreiten. Auf comichaft übertriebene Weise wurde die Gewalt persifliert, wenn man mit einem riesigen Amboß, der plötzlich dort saß, wo vorher noch ein Arm war, auf die Gegnermassen eindreschen konnte.

Am Ende des ersten Levels durfte man dann ein riesiges, steinernes Schwein vermöbeln. Sieht krasser aus als es ist, hier ist das Spiel immer noch sehr einfach gewesen.

Schon der zweite Level zeigte, wie abwechslungsreich das Spiel wirklich war, denn er kam völlig anders daher als der erste. Man war nicht mehr zu Fuss unterwegs, sondern bewegte sich in einer Art Gleiter/Hoverboard in einem riesigen Baum nach unten. Gegner musste man natürlich immer noch bekämpfen. Der Baum war gespickt mit großen Schlangen, Fallen, Stacheln an den Wänden, mit Lasern bewaffneten Robotern und und und.

Doch auch hier war das Spiel noch sehr einfach. Aufgelockert wurde das Geschehen hin und wieder von kleinen Bonuslevels, in denen man nicht verlieren konnte. Man musste hier Punkte in Form von Kegeln sammeln und bekam am Ende für genügend Punkte einige Extraleben.

Das Ganze sah für damalige Verhältnisse dank der Spiegeleffekte sogar relativ hübsch aus. Hier konnte man vielleicht schon erahnen, was Rare später noch in Form der Donkey Kong Country Reihe an grafischer Pracht aus der SNES-Kiste zaubern würde.

Auch der Soundtrack war fantastisch. Er bestand aus vielen Melodien, die sofort ins Ohr gingen und mich sogar heute noch hin und wieder als Ohrwurm heimsuchen, wenn ich an das Spiel denke. Für damalige Verhältnisse war das super. Ähnlich ging es mir nur bei dem eben erwähnten Donkey Kong Country – die Titelmelodie habe ich damals mit einem Kassettenrekorder vor dem laut aufgedrehten Fernseher aufgenommen, um sie öfter und einfach hören zu können.

Doch so richtig interessant oder besser frustrierend wurde erst der dritte Level des Spiels, der uns mit den Bikes bekannt machte.

Wieder eine völlig andere Spielweise. Man raste mit diesem Bike von links nach rechts immer schneller durch eine Art Tunnel, der verdächtig nach Hirnmasse aussah. Immer schneller und in wechselnder Reihenfolge kamen der Kröte Hindernisse in Form breiter “Grabsteine” entgegen. Mal rechts, mal links, mal die komplette Strecke verdeckend, musste man den richtigen Rhythmus finden, um allen Steinen einigermaßen ausweichen zu können. Ganz fies waren aber die plötzlich unverhofft auftauchenden schwebenden Steine, bei denen man bloß nicht springen durfte.

Wenn das übertrieben klingt oder ihr es euch schlecht vorstellen könnt, schaut euch einfach diesen Clip an:

Wenn man keinen Zeitlupen-Controller zur Hilfe nahm oder jegliche noch so kleine zuckende Bewegung perfekt auswendig verinnerlicht hatte, hatte man hier nicht den geringsten Hauch einer Chance. Und gerade das machte auf eine masochistische Art den besonderen Reiz aus.

Ich habe mit der Frustration und Verzweiflung gekämpft. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich ganz kurz davor war, den Controller vor Wut gegen die Wand zu werfen. Manchmal nicht nur kurz davor, einige Male flog wirklich der eine oder andere Gegenstand quer durch das Zimmer. Ich habe entnervt aufgehört zu spielen, um einige Monate später frisch erholt wieder weiter zu machen mit meinen endlosen Versuchen, den Level und das Spiel doch noch zu bezwingen. Es hat verdammte Jahre gedauert, bis ich irgendwann das Meisterstück vollbracht habe und wie in dem obigen Video tatsächlich an einem Stück durch den Tunnel gekommen bin.

Und was hat mich als nächstes erwartet? Ein kaum leichterer Level, der ebenso jeden kleinsten Fehler direkt und hart bestraft hat.

Man musste auf Schlangen reiten, die sich durch gefährliche und große Räume bewegten.  Gespickt mit Fallen wie Stacheln und Eis war jeder Raum gefährlicher als der vorherige. Wie auch der vorherige Level trieb mich dieser fast in die Verzweiflung, bis ich ihn irgendwann erfolgreich bezwang. Doch auch damit war das Ende noch nicht erreicht, die finale Prüfung stand mir noch bevor.

Letzten Endes kann ich es nicht ganz genau sagen, was es war, das mich dazu angetrieben hat, das Spiel auch nach Jahren immer wieder einzuwerfen und mich erneut an der Kette schwieriger Prüfungen zu versuchen. Jahrelang erfolglos wurden meine Bemühungen irgendwann tatsächlich vom Erfolg gekrönt – ein Gefühl, das ich seitdem eigentlich bei keinem weiteren Spiel mehr so richtig erlebt habe. Vielleicht sollte das umso mehr ein Ansporn sein, mich doch endlich einmal an Demon’s Souls samt Fortsetzung zu versuchen. Doch vermutlich habe ich heute gar nicht mehr diese Hingabe und Ausdauer, die mir damals das Durchkommen ermöglicht hatten. Wer weiß…