52 Games #6 – Geschwindigkeit: F-Zero X

Thema Geschwindigkeit. Welches Spiel würde sich hier besser eignen als F-Zero X? Keines! Mittlerweile gibt es natürlich einige ähnliche Spiele, die mit hoher Geschwindigkeit zu punkten versuchen. Doch das ursprüngliche F-Zero auf dem guten alten SNES war lange vor Wipeout oder Extreme G eines der ersten futuristischen und derart schnellen Rennspiele.

1998 für das N64 erschienen (und von mir erstmal nicht sofort gekauft, sondern erst von einem Freund geliehen) hat mich das Spiel tatsächlich jahrelang begeistert.

Das Besondere daran war jedoch nicht der einfache Einspielermodus. Das Besondere war auch nicht die hohe Geschwindigkeit des Spiels. Klar, das Spiel war schon irrwitzig schnell. Ich habe in meiner bisherigen Zockerkarriere einige Rennspiele gespielt, aber den  besonderen Reiz von F-Zero X machte zumindest für mich aus, sich mit dem eigentlichen Besitzer des Spiels zu messen. Damals, im Pre-Vernetzte-Konsolen-Zeitalter war das noch gar nicht so einfach und schnell machbar wie heute.

Er lieh mir das Spiel aus, ich brach mit einiger Mühe seinen Rekord auf unserer Lieblingsstrecke, gab es ihm wieder zurück, er war an der Reihe. So ging das lange Zeit immer weiter. Mit der Zeit wurde es natürlich immer schwerer, den bestehenden Rekord zu brechen – es ging irgendwann nur noch um Zehntel-, dann Hundertstelsekunden. Immer enger lagen die Bestzeiten beieinander, immer schwieriger wurde es, die perfekte Ideallinie noch einen minimalen Tick zu verbessern. Immer süchtiger machte das Spiel 😀

Besonders gut geeignet war für diesen Zweck die Strecke „Silence“. Sie war auf den ersten Blick sehr einfach, denn aufgrund ihrer ringförmigen Struktur ging sie scheinbar immer nur geradeaus. Doch das machte es umso schwerer, noch die letzten Hundertstelsekunden gegenüber der alten Ideallinie einzusparen. Man musste die perfekte Linie fahren, durfte nicht auch nur das kleinste Bisschen mit dem Analogstick zittern, jeder minimale Fehler führte natürlich sofort zum Scheitern.

Natürlich ging das nicht ewig weiter, irgendwann hatten wir unseren Wettbewerb eingestellt und uns mehr den anderen Spielen oder neueren Konsolen zugewandt. Einige Jahre später habe ich das Spiel auf einem Flohmarkt zum günstigen Preis wiederentdeckt und doch noch gekauft. Die Faszination war leider nicht mehr ganz so groß wie noch einige Jahre zuvor. Aber Spaß macht das Spiel immer wieder.

 

Dieser Artikel ist Teil des offenen Blogprojektes „52 Games“ auf Zockwork Orange. Jede Woche wird ein Thema vorgegeben, zu dem es dann ein passendes Spiel zu wählen gilt, über das jeder teilnehmende Blogger seinen Senf in Form eines Blogeintrages abgeben kann.

Zwar gibt es wohl Minuspunkte, wenn man den Eintrag zu diesem Thema unkreativerweise einem Rennspiel widmet, aber mir ist einfach nichts besseres eingefallen.

52 Games #5: Prüfung – Battletoads in Battlemaniacs

Und wieder ein weiterer Beitrag aus der Reihe 52 Games – ein Thema wird per Zufall gewählt, interessierte Blogger schreiben über Spiele, die ihnen zum entsprechenden Thema einfallen.

Das Thema der aktuellen Woche lautet Prüfung. Zum ersten Mal schreibe ich einen Beitrag pünktlich, die letzten vier habe ich viel zu spät „nachgereicht“. Das könnte man schon eine bestandene Prüfung nennen. 😀 Aber Scherz beiseite.

Viele werden wohl über Demon’s Souls oder Dark Souls schreiben. Durchaus verständlich, setzen die Spiele mit ihrem Schwierigkeitsgrad in der heutigen Zeit doch neue Maßstäbe. Doch beide Titel habe ich noch nicht gespielt (sie stehen jedoch fest auf meiner To-Play-Liste), daher wandere ich auch für diesen Beitrag wieder etwas weiter in die Vergangenheit.

Mein dieswöchiges Spiel ist Battletoads in Battlemaniacs.

Erschienen 1993 für das SNES. Entwickelt von Rare. Für mich persönlich ein fast zeitloser Klassiker. Zumindest hat es einen ganz dicken Nostalgie-Bonus bei mir. Ein Spiel, das ich jahrelang geliebt und gleichzeitig verflucht habe. Ein unglaublich abwechslungsreiches Spiel. Eine schwere Prüfung.

Irgendwann in den 90ern, als ich mein Super Nintendo noch gar nicht so lange hatte, war das Spiel mal für 30 Deutsche Mark bei Real im Angebot. Ich wusste nichts darüber, fand lediglich das Cover interessanter und vielversprechender als die anderen beiden Spiele, die es für den selben Preis gab. Damit war eine Entscheidung gefallen, die jahrelange Folgen nach sich ziehen sollte.

Es begann ganz harmlos. In Double Dragon Manier prügelte man sich mit den Kampfkröten Pimple und Rash (Zitz, die dritte Kröte im Bunde, wird zu Beginn des Spiels entführt) durch die Schweine- und Skeletthorden. Man konnte die Kämpfe alleine oder auf Wunsch zu zweit mit einem weiteren Mitspieler bestreiten. Auf comichaft übertriebene Weise wurde die Gewalt persifliert, wenn man mit einem riesigen Amboß, der plötzlich dort saß, wo vorher noch ein Arm war, auf die Gegnermassen eindreschen konnte.

Am Ende des ersten Levels durfte man dann ein riesiges, steinernes Schwein vermöbeln. Sieht krasser aus als es ist, hier ist das Spiel immer noch sehr einfach gewesen.

Schon der zweite Level zeigte, wie abwechslungsreich das Spiel wirklich war, denn er kam völlig anders daher als der erste. Man war nicht mehr zu Fuss unterwegs, sondern bewegte sich in einer Art Gleiter/Hoverboard in einem riesigen Baum nach unten. Gegner musste man natürlich immer noch bekämpfen. Der Baum war gespickt mit großen Schlangen, Fallen, Stacheln an den Wänden, mit Lasern bewaffneten Robotern und und und.

Doch auch hier war das Spiel noch sehr einfach. Aufgelockert wurde das Geschehen hin und wieder von kleinen Bonuslevels, in denen man nicht verlieren konnte. Man musste hier Punkte in Form von Kegeln sammeln und bekam am Ende für genügend Punkte einige Extraleben.

Das Ganze sah für damalige Verhältnisse dank der Spiegeleffekte sogar relativ hübsch aus. Hier konnte man vielleicht schon erahnen, was Rare später noch in Form der Donkey Kong Country Reihe an grafischer Pracht aus der SNES-Kiste zaubern würde.

Auch der Soundtrack war fantastisch. Er bestand aus vielen Melodien, die sofort ins Ohr gingen und mich sogar heute noch hin und wieder als Ohrwurm heimsuchen, wenn ich an das Spiel denke. Für damalige Verhältnisse war das super. Ähnlich ging es mir nur bei dem eben erwähnten Donkey Kong Country – die Titelmelodie habe ich damals mit einem Kassettenrekorder vor dem laut aufgedrehten Fernseher aufgenommen, um sie öfter und einfach hören zu können.

Doch so richtig interessant oder besser frustrierend wurde erst der dritte Level des Spiels, der uns mit den Bikes bekannt machte.

Wieder eine völlig andere Spielweise. Man raste mit diesem Bike von links nach rechts immer schneller durch eine Art Tunnel, der verdächtig nach Hirnmasse aussah. Immer schneller und in wechselnder Reihenfolge kamen der Kröte Hindernisse in Form breiter „Grabsteine“ entgegen. Mal rechts, mal links, mal die komplette Strecke verdeckend, musste man den richtigen Rhythmus finden, um allen Steinen einigermaßen ausweichen zu können. Ganz fies waren aber die plötzlich unverhofft auftauchenden schwebenden Steine, bei denen man bloß nicht springen durfte.

Wenn das übertrieben klingt oder ihr es euch schlecht vorstellen könnt, schaut euch einfach diesen Clip an:

Wenn man keinen Zeitlupen-Controller zur Hilfe nahm oder jegliche noch so kleine zuckende Bewegung perfekt auswendig verinnerlicht hatte, hatte man hier nicht den geringsten Hauch einer Chance. Und gerade das machte auf eine masochistische Art den besonderen Reiz aus.

Ich habe mit der Frustration und Verzweiflung gekämpft. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich ganz kurz davor war, den Controller vor Wut gegen die Wand zu werfen. Manchmal nicht nur kurz davor, einige Male flog wirklich der eine oder andere Gegenstand quer durch das Zimmer. Ich habe entnervt aufgehört zu spielen, um einige Monate später frisch erholt wieder weiter zu machen mit meinen endlosen Versuchen, den Level und das Spiel doch noch zu bezwingen. Es hat verdammte Jahre gedauert, bis ich irgendwann das Meisterstück vollbracht habe und wie in dem obigen Video tatsächlich an einem Stück durch den Tunnel gekommen bin.

Und was hat mich als nächstes erwartet? Ein kaum leichterer Level, der ebenso jeden kleinsten Fehler direkt und hart bestraft hat.

Man musste auf Schlangen reiten, die sich durch gefährliche und große Räume bewegten.  Gespickt mit Fallen wie Stacheln und Eis war jeder Raum gefährlicher als der vorherige. Wie auch der vorherige Level trieb mich dieser fast in die Verzweiflung, bis ich ihn irgendwann erfolgreich bezwang. Doch auch damit war das Ende noch nicht erreicht, die finale Prüfung stand mir noch bevor.

Letzten Endes kann ich es nicht ganz genau sagen, was es war, das mich dazu angetrieben hat, das Spiel auch nach Jahren immer wieder einzuwerfen und mich erneut an der Kette schwieriger Prüfungen zu versuchen. Jahrelang erfolglos wurden meine Bemühungen irgendwann tatsächlich vom Erfolg gekrönt – ein Gefühl, das ich seitdem eigentlich bei keinem weiteren Spiel mehr so richtig erlebt habe. Vielleicht sollte das umso mehr ein Ansporn sein, mich doch endlich einmal an Demon’s Souls samt Fortsetzung zu versuchen. Doch vermutlich habe ich heute gar nicht mehr diese Hingabe und Ausdauer, die mir damals das Durchkommen ermöglicht hatten. Wer weiß…

52 Games #2: Kälte – Star Wars: Shadows of the Empire

Projekt 52 Games geht in die zweite Runde: Das Thema der zweiten Woche lautet Kälte.

Wenn ich an Kälte denke, fällt mir als allererstes der Kampf um den Eisplaneten Hoth ein, den man in Star Wars – Shadows of the Empire nachspielen durfte.

Das Spiel war eines meiner ersten N64-Games. Eines der abwechslungsreichsten war es noch dazu. Es begann mit dem Kampf um den Eisplaneten. In einem Snowspeeder sauste man kreuz und quer durch die tobende Schlacht, legte Reihenweise AT-ATs und AT-STs um.

Der größte Teil des Spiels bestand aus einigen Egoshooter-Passagen, die aber eher den schwächeren Teil des Spiels darstellten. Viel besser und spaßiger waren die vier Levels, in denen man die unterschiedlichsten Gefährte durchs All steuern konnte. Im Outrider (der natürlich eine gewisse Ähnlichkeit zum Millennium-Falcon hatte) durch das Asteroidenfeld, auf Bikes höllisch schnell durch Mos Eisley, oder wiederrum mit dem Outrider im Kampf gegen den Skyhook – dieser finale Kampf brauchte Vergleiche mit dem Kampf um den Death Star in Star Wars nicht zu scheuen.

Die beste und unterhaltsamste Passage des Spiels ist und bleibt aber immer der erste Level – der Kampf um Hoth. Der Eisplanet war für die damalige Zeit beeindruckend grafisch umgesetzt.

Nicht nur die Grafik war phantastisch, sondern die komplette Atmosphäre dieser Schlacht war perfekt eingefangen. Man fühlte sich näher am Geschehen als in den Filmen. Wenn das ganze restliche Spiel das Niveau dieses ersten Levels hätte halten können, wäre es sicherlich zum Spiel des Jahres geworden. Leider waren vor allem die Egoshooter-Passagen eher enttäuschend – aber an die guten Levels erinnere ich mich noch heute mit Freude zurück.

52 Games #1: Neubeginn – Metroid Prime

Der Videogameblog Zockwork Orange hat eine nette Aktion gestartet: 52 Games. Jede Woche wird per Zufall eines aus 52 Themen gewählt. Zu diesem Thema sucht dann jeder interessierte Blogger ein Spiel aus, zu welchem im Zusammenhang mit dem gewählten Thema ein Blogeintrag geschrieben wird.

Natürlich bin ich schon wieder viel zu spät dran. Die Aktion läuft gerade in der fünften Woche. Trotzdem steige ich noch mit ein. Die ersten paar Stichworte hole ich eben schnell auf… 🙂

Bin gespannt, ob ich das bis zum Ende durchziehe oder irgendwann doch die Prokrastination gewinnt. Drückt mir die Daumen!

Das erste Thema des Blog-Projektes ist der Neubeginn. Was ich für mich persönlich als einen Neubeginn bezeichnen würde, ist Metroid Prime für den GameCube.

Erschienen ist das Spiel 2002. Ich hatte es mit dem GameCube zusammen aber erst 2004 gekauft, im Angebot für lächerliche 109 Euro (lächerlich zumindest wenn man spätere Konsolenpreise bedenkt).

Ich hatte zu dem Zeitpunkt eine längere Zeit nicht mehr gespielt. In der Realschulzeit war ich noch einer der begeistertsten Zocker auf SNES und N64 und habe einen Großteil meiner Freizeit damit bereichert. Mit dem Beginn meiner Ausbildung (im Jahr 2000) wurde das weniger, bis ich quasi ganz aufhörte. Mit mehr Arbeit kam der Zeitmangel, da blieb als fast einziges Hobby nur noch die Filmleidenschaft übrig und die Zockerei hatte eine Weile Pause.

Bis mich wie gesagt 2004 der GameCube im Angebot anlachte – ich hatte zu der Zeit (zwischen Ausbildung und späterem Studium) wieder mehr Freizeit und wusste nichts damit anzufangen. Da fiel es natürlich schwer, dem Angebot zu widerstehen, besonders weil ich im Herzen immer noch großer Nintendofan war. Mit der neuen Konsole und diesem Spiel flammte meine alte Leidenschaft wieder auf. Und bis heute hat sich daran nichts mehr geändert.

Das Spiel jedenfalls hat mich absolut begeistert. Ich hatte schon den Vorgänger auf dem SNES mehr als genossen und hatte mir zu N64-Zeiten nichts mehr gewünscht als eine 3D-Fortsetzung der Reihe. Zwar musste ich eine Konsolengeneration länger warten, aber geschadet hat das sicherlich nicht – so fühlte ich mich in der Neuauflage gleich heimisch. Gleichzeitig stellte das Spiel ja auch für die Metroid-Serie einen Neubeginn dar – das zweidimensionales Zeitalter war vorbei, mit Metroid Prime begann Samus Aran ihr Abenteuer in der wunderschönen dreidimensionalen Welt.

So gesehen ist es aus heutiger Sicht besonders schade, dass ich die beiden Fortsetzungen nie gespielt habe – vielleicht sollte ich mir die demnächst mal zulegen und die Erfahrung doch noch nachholen. Lohnen würde es sich bestimmt.