FFFN 2011 #2 – The Hole 3D

Weiter geht’s mit den FFFN-Reviews. The Hole lief am Freitag als zweiter Film auf den Fantasy Filmfest Nights in Frankfurt. Der Film hat durchaus seine Qualitäten und wäre meiner Meinung nach als lockerer Eröffnungsfilm deutlich besser geeignet gewesen als 13 Assassins.

Glücklicherweise hat der Film nichts mit seinem miserablen Namensvetter von 2001 mit Thora Birch zu tun.

Die zwei Brüder Dane und Lucas finden gemeinsam mit einem Mädel aus der Nachbarschaft, Jamie, ein Loch im Keller ihres gerade frisch bezogenen Hauses im letzten Kaff vor dem Ende der Welt. Das Loch sorgt nicht nur für so einige Wortspiele unter den Kids. Es hat weder einen sichtbaren Boden noch Wände oder andere erkennbare Grenzen, das stellen die Jugendlichen schnell fest. Man wirft Dosen voller Nägel und allerlei anderen Kram in das Loch, man beleuchtet es mit allen Taschenlampenkräften, doch weder lässt sich irgendein Geräusch noch etwas anderes erkennen. Auch eine langsam an einer Schnur herabgelassene Handkamera bringt kein befriedigendes Ergebnis – aber dem Zuschauer die erste Belustigung, als im Hintergrund auf der Videoaufzeichnung ein böses Auge in die Kamera linst, was aber aufgrund einer Ablenkung keines der Kids bemerkt.

So schnell wie das Loch gefunden wurde, hat man es auch schon wieder vergessen – bis die ersten spukenden Nebeneffekte der Entdeckung zu Tage befördert werden. Kleine Mädchen schleichen in bester Ringu-Tradition in der dunklen Gegend umher, Spielzeugclowns werden plötzlich lebendig, jeder der Jugendlichen wird von seinen ganz eigenen Dämonen verfolgt.

Eins gleich vorweg, der Film ist von Anfang bis Ende vollkommen vorhersehbar. Es passiert rein gar nichts an Überraschungen, keine Plottwists, keine besonderen Höhen, keine Tiefen (abgesehen von denen des Lochs, höhöhö), nichts. Nur eine sehr straighte Story, wie sie aus jedem 80er Teeniehorrorfilm stammen könnte. Aber eins muss man dem Film lassen: Diese Standardware ist äußerst ansprechend verpackt und präsentiert. Die drei jungen Darsteller tragen den Film fast völlig alleine; es macht schon Spass ihnen zuzuschauen wenn gar nichts besonderes passiert, so sympathisch präsentieren sich die Protagonisten. Gerade Fans guter alter Horrorkost (und auch Fans des Regisseurs Joe Dante, der uns früher beispielsweise mitThe Howling, den teuflischen Nachbarn in The ‚burbs den Gremlins und Piranhas beglückte), dürften auf ihre Kosten kommen.

Mich hat der Film aufgrund seiner Grundhandlung und der Darsteller oft vor allem an The Gate erinnert, der schon früher einer meiner Lieblinge war. Dort hatte der mittlerweile bekanntere Stephen Dorff einen seiner ersten Auftritte als die junge Hauptfigur Glenn. Auch dort spielt sich fast alles von den jungen Darstellern getragen fast völlig ohne Erwachsene ab, auch dort sind die Monster gar nicht sooooo böse, alles wirkt irgendwie ein klein wenig ähnlich. Ich will Dante kein Plagiat vorwerfen, ganz im Gegenteil – ihm ist eine sehr schöne Hommage gelungen. Keine Bombe, kein Meisterwerk, keine Überraschung, aber einfach ein von Anfang bis Ende sympathischer und unterhaltsamer Film. Nicht nur diesen und ähnliche Filme, auch seine eigenen nimmt er gekonnt auf die Schnippe.

Den Film in 3D zu drehen und anzuschauen war allerdings völlig unnötig. Ausser den zwei bis drei üblichen 3D-Füllszenen (ein Ball wird Richtung Kamera geworfen, ein Türknauf ragt bedrohlich ins Bild, Titten werden ins Bild gestreckt Piranha 3D wird dem Zuschauer wohlwollend ins Gedächtnis gerufen) gibt es hier rein gar nichts zu sehen. Wirkt bestimmt in 2D sogar noch sympathischer und entspannter mit Sicherheit auch.

Wer sich an sympatischem 80er-like Teeniehorror erfreuen kann, wird hier nichts falsch machen.

FFFN 2011 #1 – 13 Assassins [Jûsan-nin no shikaku]

13 Assassins lief in Frankfurt als Eröffnungsfilm der Fantasy Filmfest Nights 2011 am Freitag. Ein klassischer Samuraifilm von Takashi Miike, einem der produktivsten japanischen Regisseure überhaupt. Der 50-Jährige hat mittlerweile über 80 Filme gedreht. Darunter ist von spannenden Meisterwerken wie Audition über durgeknallte lyncheske Hirnverknotungsfilme wie Gozu, einfach nur durchgeknallte Filme wie Dead or Alive oder Visitor Q, Superheldenfilme wie Zebraman, Splatterknaller wie Ichi the Killer oder Fudoh bis hin zu langweiligen, belanglosen Werken wie Izo wirklich alles zu finden. Einen neuen Miike kann man vorher qualitativ oder auch inhaltlich fast nie richtig einschätzen, man muss immer mit allem rechnen. Wenn man genug Filme von Miike gesehen hat wundert man sich irgendwann über gar nichts mehr.

13 Assassins gehört zweifellos zu Miikes besseren Filmen, aber nicht zu seinen besten, dafür fehlt noch einiges. Es handelt sich dabei um ein Remake des Klassikers von 1963 mit gleichem Titel, im Original Jûsan-nin no shikaku. Lustigerweise schienen die Veranstalter der Nights zumindest in Frankfurt gar nicht zu wissen, dass es sich hierbei um ein Remake handelt – wann immer man von Remakes sprach, zählte man nur die anderen beiden im Programm auf, dieses hat man scheinbar übersehen.

Der Film handelt von zwölf Samurai, die sich gemeinsam auf die Mission begeben einen Herrscher zu assassinieren. Zwölf? Ja, genau, zwölf Attentäter. Der dreizehnte im Bunde ist nämlich weder Samurai noch Attentäter, er hat mit der ganzen Sache nichts zu tun und stößt auch nur rein zufällig hinzu. Aber dennoch wird er eine wichtige Rolle spielen…

Der Film fängt damit an, einige Hintergründe zu beleuchten, welche den Herrscher als eine wahre Bestie in Menschengestalt darstellen. Der Sohn des letzten Shogun und Bruder des aktuellen Shogun, wie er sich selbst gerne überheblich vorstellt, begeht so einige grausame Taten, die seinen Tod für den Zuschauer von Anfang an rechtfertigen. So trennt er beispielsweise einem weiblichen Opfer alle vier Gliedmaßen ab, reißt ihr anschließend die Zunge raus, und verwendet sie dann als Gespielin, bis es ihm langweilig wird und er sie im Regen völlig hilflos vor die Tür wirft.

Die ersten zwei Drittel des Filmes sind generell (von kurzen Miike-typischen Ausbrüchen der Gewalt abgesehen) sehr ruhig gehalten, dialoglastig und eher actionarm. Man sollte definitiv keinen Swordsplay-Film à la Azumi oder Versus erwarten, das wird hier zwar auch am Rande geboten, steht aber keinesfalls im Mittelpunkt. Der Film wird von seiner Handlung und seinen dreizehn Protagonisten sowie deren Antagonist getragen. Vielleicht war das für einen Eröffnungsfilm nicht unbedingt die beste Wahl, meistens eignet sich da eher etwas lockeres, lustiges. Die ersten zwei Drittel des Films waren dafür eher zu anspruchsvoll, zu gemächlich.

Im letzten Drittel dreht sich das ganze dann allerdings vollkommen, wir sehen ein sehr langgezogenes Finale, in dem Miikes Handschrift deutlich durchscheint. Die Dialoge und die Ruhe treten langsam in den Hintergrund, der Film fängt an abzudrehen wie das der typische Miike eben tut. Hier wird ein ganzes Dorf mit Fallen gespickt; das Spektrum reicht dabei von brennenden und amoklaufenden Wasserbüffeln die durch die Menschenmassen wüten, bis hin zu explodierenden Häusern, die in einer sprichwörtlichen Flut von Blut ertränkt werden. Alles ist hier völlig over the top und die dreizehn Assassinen metzeln sich auf äußerst kreative Art und Weise und sehr unterhaltsam durch die 200köpfige Gegnerschar bis zum Endgegner durch. Das 45minütige Finale kann fast schon langatmig wirken, wenn man mit dem Gebotenen nicht so viel anfangen kann – ich fand es super. Und das Minifinale im Finale dreht dann nochmal wirklich auf.

Insgesamt bin ich mit dem Film zufrieden, der könnte irgendwann durchaus in meine Sammlung wandern. Lediglich für einen Eröffnungsfilm war die Wahl eher suboptimal, da die ersten zwei Drittel doch etwas zu ruhig waren. Sowas hätte gut in die Mitte gepasst. Abschließend: Daumen hoch!

FFFN – Fantasy Filmfest Nights 2011

Wie der eine oder andere anhand meiner Tweets bestimmt mitbekommen hat, war ich am letzten Wochenende mit ein paar Freunden auf den Fantasy Filmfest Nights 2011 in Frankfurt.

Dieses noch eher junge Filmfestival findet seit 2005 in insgesamt sieben Städten Deutschlands statt und bietet jedes Jahr eine Art Vorgeschmack auf den „großen Bruder“, das Fantasy Filmfest, welches im Sommer stattfindet und sich über einen längeren Zeitraum (in der Regel acht Tage) erstreckt. Das FFF wird übrigens diesen Sommer, vom 24. bis 31. August, sein 25jähriges Jubiläum feiern und daher bestimmt auch wieder ein sehr interessantes Programm bieten!

Ich war schon in den vergangenen Jahren ab und zu für einzelne Filme als Gast bei den Nights, aber dieses Jahr hatte ich mir erstmals eine Dauerkarte gesichert und damit wirklich das komplette Programm mitgenommen. Das Programm war dieses Jahr wirklich sehr reizvoll und bis auf wenige Ausnahmen durchweg empfehlenswert. Der eine oder andere wirkliche Knaller war dabei, aber dazu später mehr.

Am Freitag liefen diese Filme:
14.00 Uhr – 13 ASSASSINS (Remake #1)
16.30 Uhr – THE HOLE 3D
18.30 Uhr – KIDNAPPED
20.30 Uhr – THE TROLL HUNTER
22.30 Uhr – I SPIT ON YOUR GRAVE (Remake #2)

Und so sah das Programm am Samstag aus:
14.00 Uhr – ESSENTIAL KILLING
16.00 Uhr – BURKE & HARE
18.00 Uhr – MOTHER’S DAY (Remake #3)
20.00 Uhr – I SAW THE DEVIL
22.45 Uhr – WAKE WOOD

Eigentlich wollte ich zu jedem Film eine kurze Meinung hier abgeben. Beim Tippen habe ich dann allerdings schnell gemerkt, dass es für einen einzelnen Blogeintrag doch viel zu viel würde.

Daher werde ich lieber zu den einzelnen Filmen noch ausführlicheres in weiteren Einträgen schreiben. Vor allem zu den besten Filmen der diesjährigen Nights will ich auf jeden Fall ein paar Worte mehr verlieren, denn sie haben definitiv jede Empfehlung verdient; von wenigen Ausnahmen will ich auch abraten.

Hier später mehr. 😀

Clash of the Titans 2,5D feat. Polizeikontrolle

Gerade eben sind wir aus dem Kino heimgekommen, haben den Film in Ramstein in 3D und O-Ton bewundert. Leider.

Dieses „leider“ bezieht sich lediglich auf den 3D-Teil. Ich glaube, von der flachen Fassung hätten wir im Endeffekt mehr gehabt, denn die nachträglich per Computer generierten 3D-Effekte sind ziemlich mies bis unterdurchschnittlich geworden.
Das Bild war generell nicht so das Gelbe vom Ei. Zeus sah die ganze Zeit grell und überbelichtet aus. Der Rest des Films schwankte qualitativ ziemlich stark – mal pixelig, mal etwas unscharf, mal leicht verschwommen. Und überhaupt waren auch die Farben mies, sehr blass, wie durch einen Schleier betrachtet. Je schneller die Bewegungen im Film waren, je tiefer der räumliche Effekt sein sollte, umso mieser ist das Bild geworden.
Schade, schade – wer den Film noch vor sich hat, sollte auf jeden Fall den gut gemeinten Ratschlag befolgen und die 2D-Fassung bevorzugen.

Aber nun zum Film ansich. Mir hat er sehr gut gefallen, da sind eigentlich kaum Wünsche offen geblieben. Besonders lustig fand ich nun die Erinnerung an den, ein paar Wochen vorher gesehenen, Percy Jackson and the Olympians: The Lightning Thief. Der hatte mir ja damals ziemlich gut gefallen, aber im Vergleich hierzu wirkte der Film rückwirkend irgendwie ein wenig lächerlich, zumindest teilweise, was die Gemeinsamkeiten der beiden Filme angeht.

Zum Beispiel war Uma Thurman eine ziemlich schlechte Medusa. Obwohl mir Sarah hier wohl nicht zustimmen wird… 😀
Die Schauspielerin ansich kann ich ja nun prinzipiell eigentlich schon kaum leiden. In Pulp Fiction war sie noch ok, aber seitdem war sie mir in keinem einzigen Film mehr sympatisch oder positiv aufgefallen.
Die ganzen Schlangeneffekte der Medusa in CotT und ihr Auftritt allgemein (inklusive des traurigen Blicks, als ihr Trick einmal nicht funktioniert) waren hier einfach nur cool, sehr eindrucksvoll und genial umgesetzt, sehr viel besser als der fast langweilige Kampf in PJatO:TLT. Hach ja, ich liebe Abkürzungen zu langen Filmtiteln, um’s mal am Rande zu erwähnen.

Auch die Szenen in der Unterwelt waren hier sehr atmosphärisch und düsterer gestaltet als in PJ. (Ja, mir ist selbst die Abkürzung schon zu lange, um sie auszuschreiben!)

Aber jetzt reicht’s, ich will nicht den ganzen Film verraten, schaut ihn einfach an, er ist es wert. Auch wenn’s kein zweiter 300 geworden ist, ein verdammt cooles Stück Zelluloid ist es allemal. Aber schaut ihn bitte in der flachen Version, oder beschwert euch hinterher nicht – ihr wurdet gewarnt! 😉

Der Knaller des Tages sollte aber erst später kommen. Auf dem Rückweg vom Kino nach Hause sind wir dann 300m vor der Haustür noch von der Polizei angehalten und kontrolliert worden. Eines meiner Lichter war defekt, blasen durfte ich auch noch. Trotz eines Biers, welches ich im Kino verköstigt hatte, ergab der Test 0,00 Promille, das hat mich etwas gewundert bzw. amüsiert. Dann hab ich schließlich wegen der Birne noch einen Mängelbericht aufgedrückt bekommen und wir durften weiterfahren, bzw. 200m weiter vorne wieder einparken 😀

Somit habe ich auch die zweite Polizeikontrolle in meiner bisherigen Laufbahn als Fahrer problemlos überstanden. Die erste ist schon einige Jahre her, damals hab ich Filme in die Videothek zurück gefahren und wurde dabei „erwischt“, man hat mich aber nach kurzer Durchsicht der Papiere direkt weiter fahren lassen.

Verstehe bisher nicht, warum sich manch anderer immer beschwert, man würde ihm direkt Bussgelder aufbrummen oder immer das Fahrzeug durchsuchen, bei mir laufen solche Kontrollen immer problemlos ab 😉

Cloverfield

Nach all den Jahren und all dem erfolgreich ignorierten Hype ist doch tatsächlich der Film als geliehene BD auch mal in meinem Player gelandet.

Wo fange ich an… Generell fand ich ihn halbwegs gut. Keine Bombe, erst Recht kein Meisterwerk, aber auch nicht gleich schlecht. Oberes Mittelmaß, würde ich sagen.

An Story ist wirklich so gut wie nichts vorhanden. Richtige Identifikationsfiguren, mit denen man sich identifizieren könnte, oder mit denen man mitfühlen könnte, deren Schicksal den Zuschauer einfach interessiert, fehlen ebenfalls. Dazu fehlen einfach die Hintergründe zu den einzelnen Personen – die hier und da eingestreuten Fragmente der älteren Aufnahmen haben mir dafür nicht gereicht. Das wirkt später sogar eher störend als sinnvoll ergänzend.

So passiert es eben, die Leute laufen wirr durch die Gegend, aber so richtig packend ist das nicht. Stellenweise wirds dann schon mal kurz spannend (Stichworte: Jagd durch den U-Bahn Tunnel oder die Biss-Folgen kurz danach, Klettern auf dem Hochhaus), aber großteils dümpelt der Film halt so vor sich hin.

Wirklich schön gemacht war das Monster auch nicht.
Pro: Es ist erst sehr spät ganz zu sehen, das erhält ein klein wenig die Spannung/Vorfreude.
Contra: Sobald man es dann sieht, sieht’s einfach irgendwie hässlich und billig aus. Da waren schon alte Godzillafilme besser.

Gut gefallen hat mir allerdings die Bildqualität. Im Vergleich zu älteren Handkamerafilmen, die teilweise wirkten, als kämen sie aus einer uralten (s/w-)Ranzkamera, war es hier wenigstens eine vernünftige HD-Kamera. Auch allzu übles Rumgewackel hielt sich zum Glück in Grenzen, meistens war die Kameraführung durchaus erträglich. Dafür war der „Kameramann“ aber etwas nervig. Naja, man kann nicht alles haben.

Weiterhin fand ich es sehr schön, dass nichts, aber auch gar nichts, zum Hintergrund des Monsters erklärt wurde. Es taucht einfach auf, woher es kommt, weiß niemand. Die Figuren lassen zwar im Lauf des Films die eine oder andere Theorie verlauten, aber mehr als das bekommt der Zuschauer nicht serviert. So muss das sein, wenigstens einmal wird nicht nach dem üblichen amerikanischen Schema alles zu Tode erklärt, am besten noch mit Steckbrief des Monsters inklusive Geburtsdatum und -ort.

Mein Fazit: Der Film ist nicht so schlecht, wie ich es nach dem ganzen Hype befürchtet hatte. Aber insgesamt muss er sich dennoch hinter die anderen Handkamerafilme stellen, denn die machen es allesamt besser: Blair Witch Project, Paranormal Activity, ja, sogar Cannibal Holocaust – der eigentlich als Vorreiter seines Genres sowieso!