Gut gelaufen!

Heute, gegen 9:30 Uhr in der Frühe, war ich ganz spontan beim „Beilsteinlauf“ angetreten. Hierbei handelt es sich um einen 10km-Lauf in der Gegend um das Örtchen Hochspeyer, drei Orte von hier entfernt.

Von diesem Lauf habe ich erst am späten Donnerstagabend erfahren, daher freut es mich umso mehr, dass es so spontan noch geklappt hat, mit meinem alten „Internetbekannten“ Alex aus Dossenheim und zwei Arbeitskollegen teilzunehmen.

Eigentlich hatte ich in den letzten Monaten gezielt auf einen Halbmarathon (beziehungsweise mehrere, über das restliche Jahr verteilt) hin trainiert, aber so einen spontanen, kleinen 10er Lauf kann man doch immer dazwischen schieben. Da sich meine Zeiten auf den kürzeren Strecken seit dem Halben vor zwei Wochen stark verbessert haben, wollte ich austesten, wie schnell ich die 10km eigentlich schaffen kann, wenn ich hinterher nicht noch weitere 11km laufen muss. Kürzlich hatte ich im Training die 55 Minuten knapp unterboten, diesen persönlichen „Rekord“ wollte ich heute etwas tiefer stecken. Das hat leider nicht so ganz funktioniert. Aber mehr dazu später.

Eigentlich war das ein sehr schöner Lauf in einer hübschen Gegend. Mit dem Wetter hatten wir wieder tierisches Glück, denn während des Wettkampfes kam kein einziger Tropfen vom Himmel. Matschig war die Strecke auch nicht. Sie führte von Hochspeyer aus quer durch den Wald hinauf bis zu einer alten Burgruine und von dort wieder abwärts in den Ort zurück. Bis auf eine sehr steile Steigung kurz vor der Ruine, die sich zumindest subjektiv ziemlich lange gezogen hat und wirklich verdammt knackig war, ging der restliche Lauf immer wieder leicht bergauf und bergab; im Großen und Ganzen war das Höhenprofil damit deutlich angenehmer als an der Weinstraße vor zwei Wochen.

Der Start war etwas schleppend abgelaufen, man konnte sich zuerst schlecht „freilaufen“. Es hat schon ungefähr 20 Sekunden gedauert, bis ich überhaupt die Startlinie erreicht hatte. Die ersten vier Kilometer gingen dann relativ einfach von der Hand beziehungsweise den Füßen. Ich hatte ein gutes Tempo für mich gefunden und konnte es auch relativ konstant durchziehen. Auf dem dritten Kilometer habe ich mit 4:22 sogar meine bisher schnellste Zeit überhaupt geschafft, zumindest seit ich das mit Endomondo genauer verfolge. Die erwähnte Steigung bei Kilometer 5 hat mich dann allerdings etwas mehr Kraft und Nerven gekostet als erwartet. Ich kam nur schlecht nach oben; es waren viele langsamere Läufer „im Weg“, die man auf diesem sehr schmalen Streckenabschnitt teilweise nur schlecht und unter hoher Anstrengung überholen konnte, obwohl die Kondition prinzipiell ein schnelleres Tempo zugelassen hätte. Hier hatten alle ein wenig gelitten, aber das macht doch den Spaß bei bergigen Läufen aus.

Danach ging es wieder besser voran. Es ging im Schnitt auf der zweiten Streckenhälfte natürlich mehr bergab als bergauf und nachdem ich mich wieder ein wenig von der Steigung erholt hatte, konnte ich hier wieder etwas beschleunigen.

Bis zur neunten Kilometermarke dachte ich eigentlich, ich läge noch gut in der Zeit, um mein Ziel zu erreichen. Irrtum! Bei 9km säuselte mein Smartphone plötzlich „nine kilometers in fifty minutes and…“ und ich bekam einen kleinen Schreck. Mist! Die Steigung hatte mich stärker ausgebremst als gedacht. Jetzt müsste ich den zehnten Kilometer in Rekordzeit laufen, um meine Traumzeit noch zu schaffen. Nicht besonders realistisch, obwohl es eigentlich ab diesem Punkt nur noch bergab ging. Dennoch habe ich es versucht und einfach Vollgas gegeben, so gut ich noch konnte. Kurz bevor meine Startnummer am Ziel eingescannt werden konnte, lief ich jedoch noch in einen kleinen Stau, der sich gebildet hatte, weil zu viele Läufer auf einen Schlag im Ziel eingetroffen sind. Das hat mich wieder ein paar Sekunden gekostet.

Meine offizielle Zielzeit: 0:55:38. Damit war ich leider, wie beim neunten Kilometer schon befürchtet, 39 Sekunden zu langsam, um mein selbstgesetztes Ziel „unter 55 Minuten“ zu erreichen. Einerseits war das natürlich etwas bitter, da ich diese Zeit im Training schon unterboten hatte. Allerdings könnte man hier wegen der erwähnten Faktoren noch einiges abziehen. Beim Start waren es locker 20-30 Sekunden, bis ich tatsächlich nach dem Startschuss die Startlinie auch überqueren konnte. Dann kam die fiese Rampe zur Burg hinauf. Vor der Ziellinie habe ich nochmal weitere schmerzhafte Sekunden verloren. Diese Probleme bei Start und Ziel hat man bei Laufwettkämpfen ohne Chipmessung allerdings fast immer, das lässt sich prinzipbedingt schlecht vermeiden. Davon abgesehen war der Andrang dieses Jahr scheinbar auch viel stärker als vom Veranstalter erwartet – wenn ich mir die Ergebnisliste des letzten Jahres anschaue, waren dieses Jahr mehr als dreimal so viele Läufer am Start.

Aber das ist alles Gejammer auf hohem Niveau. Letzten Endes war die Strecke anspruchsvoller als meine Trainingsstrecke(n) und somit bin ich mit meiner ersten offiziellen 10er-Zeit durchaus zufrieden. Für den zehnten Platz in meiner Altersklasse hat es noch gereicht. Vor vier bis acht Wochen hätte ich das noch nicht geschafft. Ich freue mich auf die nächsten Läufe, vor allem auf die restlichen Halbmarathonstrecken, die ich mir dieses Jahr noch vorgenommen habe. Drei Halbe werden es 2012 noch mindestens werden. Und auf mindestens einem wird die Zwei-Stunden-Grenze geknackt, damit das klar ist! 🙂

Hier noch der Link zu meinem Endomondo-Mitschnitt: http://www.endomondo.com/workouts/saG5rFZvj8Y

Halbmarathon: Deutsche Weinstraße 2012

Heute war der große Tag – ich bin, zusammen mit einigen Kollegen, beim achten Halbmarathon an der Deutschen Weinstraße angetreten.

Dieser Lauf war der Hauptgrund beziehungsweise die größte Motivationshilfe für meine verstärkten Trainingseinheiten in der letzten Zeit. Mir persönlich fällt es immer sehr viel leichter, mich zu regelmäßigem Training zu motivieren, wenn ich einen konkreten Termin im Hinterkopf habe, der sich stets schneller nähert als geplant. So war es auch dieses Mal, aber ich habe es tatsächlich geschafft, drei Trainingsläufe über die komplette Halbmarathondistanz innerhalb der letzten vier Wochen zu absolvieren. Das ist der dreifache Umfang dessen, was ich 2008 im Training hinter mich brachte.

Ein wenig Hintergrundgeschichte: 2008 bin ich bei meinem ersten (und noch bis heute Morgen einzigen) Halbmarathon angetreten. Das war der Limlauf in Limbach, mein Heimspiel sozusagen, da ich zu der Zeit noch dort wohnte. Damals schaffte ich eine Zeit von 2:12:31 und wurde der 14. meiner Altersklasse, obwohl es eigentlich mein einziges Ziel gewesen war, überhaupt aus eigener Kraft ins Ziel zu kommen. Dass ich heute diese Zeit nicht würde schlagen können war mir schon länger bewusst, denn obwohl ich zur Zeit sehr viel mehr trainiere und mich schon lange vorbereite, komme ich an meine alten Laufzeiten im Moment noch nicht wieder ran. Aber es wird so langsam wieder, das war heute spürbar.

Es begann ganz gemächlich. Wir kamen gerade wieder vom Parkplatz zurück, wo wir uns laufbereit gemacht hatten, da ertönte schon das Startsignal – es blieb uns also nichts anderes übrig, als uns ganz hinten im letzten Startblock einzureihen, fernab unserer eigentlich gesetzten Zielzeiten. Somit galt es erst, eine ganze Menge langsamerer Läufer zu überholen, was auf der zu Beginn nicht wirklich breiten Strecke gar nicht so einfach war. So lief ich den ersten Kilometer in knapp 7 Minuten, was eigentlich schon deutlich zu langsam für meine geheime Wunschzeit war. So ging es auf den ersten Kilometern noch einige Zeit weiter. Man hatte Mühe, sich durch die Menge zu kämpfen. Andererseits war das vielleicht auch nicht verkehrt, da es dadurch einfacher wurde, sich zu bremsen. Ich mache sonst zu leicht den Fehler, am Anfang zu schnell zu laufen und mich zu übernehmen, weil gegen Ende keine Kraft mehr übrig bleibt.

So ging es eine Weile weiter, bis das Feld sich nach den ersten Kilometern etwas auseinander gelaufen hatte. Die Kilometermarken zogen dann eigentlich immer schneller vorbei, bis irgendwann die Weiche zwischen dem Halbmarathon und Marathon erreicht war und sich dadurch die Reihen der Läufer natürlich noch etwas weiter lichteten. Dann kam auch schon die 10km Zwischenmessung. Die genaue Zeit kann ich noch nicht nachsehen, weil die Ergebnisse noch nicht online sind, aber ich war nur knapp über einer Stunde. Das war eigentlich schon fast zu schnell, in dem Tempo hätte ich meine 2008er Zeit sogar unterboten. Ich fing an zu zweifeln, ob ich das Tempo halten kann.

Nun ging es allerdings auch in immer hügeligeres Gebiet. Die ersten sehr knackigen Steigungen machten mir in den Weinfeldern schon sehr zu schaffen, so musste ich hier schon ein oder zwei Gehpausen einlegen. Durchwachsen ging es dann auch weiter. Es war abwechselnd warm und kalt, meine Kraftreserven fingen an zu schwinden, die Kilometer wurden immer länger. Irgendwann war ich tatsächlich bei Kilometermarke 18 angekommen. Dort hatte ich erst so richtig mit der längsten Steigung zu kämpfen. Es ging immer weiter und länger bergauf, ich hatte keine Kraftreserven mehr, mein Magen fing schon an sich zu verkrampfen, meine Beinmuskulatur machte sich auch schon seit einiger Zeit immer mehr bemerkbar. Ich wechselte ständig zwischen Geh- und Lauftempo hin und her, wurde schneller und wieder langsamer, immer wieder, bis ich irgendwann tatsächlich oben war. Mein Gehirn war hier schon vollkommen im Standby-Modus gelandet, wie eigentlich mein kompletter Körper oberhalb der Gürtellinie. Nur noch die Beine wurden durchblutet, meine Hände waren eiskalt, ich bin nur noch irgendwie automatisch weiter gelaufen, immer weiter, bloß nicht stehenbleiben. Irgendwie wird es schon funktionieren.

Tatsächlich war ich auf der Zielgeraden angekommen, ich hatte den Berg irgendwie überlebt. Blöderweise war diese Gerade immer noch ungefähr zwei Kilometer lang. Ich kämpfte mich langsam immer weiter vorwärts, wurde immer öfter von anderen Läufern überholt, die ich vorher irgendwann einmal passiert hatte. Es ging irgendwie weiter, aber es hat so verflucht lange gedauert, das Ziel wollte einfach nicht ins Blickfeld rücken.

Dann auf einmal tauchte der große Torbogen auf. Von den jubelnden Zuschauern habe ich an dieser Stelle schon kaum noch etwas mitbekommen. Irgend ein Moderator erwähnte meinen Namen, ich freute mich, bin irgendwie ins Ziel getaumelt. Ich weiß noch, dass ich versuchte, für die Kamera noch irgendwie fit zu wirken. Nachdem meine Kollegen mich erblickten und anfingen zu winken, bin ich nur noch neben ihnen auf die Wiese gefallen und wurde mit Bananen und isotonischen Getränken versorgt. Dort bin ich eine ganze Weile sitzen geblieben, bis es irgendwann Richtung Siegerehrung ging.

Lange Rede, kurzer Sinn: 2:20:33.

Auf meinem letzten, längeren Trainingslauf hatte ich die Halbmarathondistanz laut meiner Endomondo-Messung nach 2:32:28 überwunden. Dagegen war der heutige Wettkampf also eine zwölfminütige Steigerung, obwohl die Laufstrecke noch einiges mehr an fiesen Höhenmetern zu bieten hatte als meine typischen Trainingsstrecken. In Anbetracht meiner Trainingszeiten war der Lauf also ein voller Erfolg, aber im Vergleich zu meinen alten Zeiten sehe ich, dass ich doch noch etwas mehr trainieren muss, damit es irgendwann auch einmal der magischen Zwei-Stunden-Grenze an den Kragen gehen kann.

Meine Kollegen haben mich übrigens alle fast mühelos abgehängt, der schnellste legte den Lauf in 1:39:00 zurück. An solche Traumzeiten werde ich realistisch betrachtet vermutlich nie rankommen 😀

Hier noch unser schönes Gruppenfoto, entstanden kurz nach meinem Zieleinlauf. Ich war noch nicht soweit, wieder aus eigener Kraft aufstehen zu können, während die Kollegen sich allesamt schon fast wieder völlig erholt hatten. 😉

UniVillawaldLauf (UVL 13)

Ein Blogeintrag aus der Kategorie „oh, das wollte ich eigentlich vor einem Dreivierteljahr schon posten…“. Neoarchäologie at its best!

Vor etwas weniger als einem Jahr, am Samstag, dem 21. Mai 2011, bin ich zum 13 km Lauf angetreten, den die TU KL in der Gegend um Kaiserslautern ausgerichtet hat. Unter dem Namen „UniVillawaldLauf“ oder kurz UVL28 wurde ein breites Spektrum an Wettkampfläufen geboten; man konnte die gesamte Strecke von 28 km, eine Teilstrecke von 13 km oder einen Duolauf von 2×14 km Länge laufen. Die 13 km lange Strecke, die ich gelaufen bin, verlief von Waldleiningen bis zur Villa Denis in Frankenstein. Zum Startpunkt wurde man von der Uni aus durch einen Bustransfer befördert. Alternativ gab es auch noch Walking- und Wandermöglichkeiten auf der Strecke, diese jedoch ohne offizielle Zeitnahme.

Für den 13 km Lauf hatte ich mich schon im Januar angemeldet, zusammen mit mehreren Arbeitskollegen. Eigentlich war der Lauf für mich persönlich hauptsächlich als eine Art Motivationshilfe gedacht – wenn ich mir ein festes Ziel gesetzt habe, das unaufhaltsam immer näher rückt, fällt es mir um einiges leichter mich zu regelmäßigen Trainingsläufen zu motivieren. Mein eigentliches Laufziel war es, wieder einen Halbmarathon zu laufen. Ausserdem will ich dieses Mal mein regelmäßiges Training auch langfristig beibehalten, statt alles nach dem Lauf wieder zu vernachlässigen. Das hat zwar im Jahr 2011 nicht wirklich funktioniert, denn den eigentlich angepeilten Halbmarathon in Limbach im August bin ich dann doch nicht gelaufen, aber 2012 wird das was. Ganz sicher, denn für den ersten Halbmarathon Ende April bin ich schon angemeldet. 😀 Mein Training läuft zur Zeit auch schon auf Hochtouren, im Moment erweitere ich meine Strecke gerade wieder von etwa 18 langsam auf die finalen 21 Kilometer. Etwa einen Monat habe ich noch für meine Vorbereitung.

Der 13er-Lauf war also mehr oder weniger eine Stufe auf dem Weg zum Gesamtziel. Die Motivationshilfe war auch vom Erfolg gekrönt, denn ich habe tatsächlich vor dem 13er Lauf regelmäßiger und zielstrebiger trainiert als zuvor.

Der Lauf selbst war eine gelungen organisierte Veranstaltung, die Strecke von Kaiserslautern quer durch den Pfälzer Wald über Waldleiningen bis nach Frankenstein sehr schön gewählt. Die 28 km lange Strecke ist insgesamt sehr anspruchsvoll, da man schon auf der ersten Hälfte über 400 Höhenmeter bewältigen muss, verteilt auf zwei recht steile Steigungen direkt hintereinander. Der 13er-Lauf fand auf der letzten Teilstrecke des Gesamtlaufes statt; diese letzten 13 km des Laufes verliefen durchgehend leicht bergab, bis auf die Zielgerade, die wieder einige hundert Meter bergauf führte.

Fest vorgenommen hatte ich mir, 1:18:00 als Zielzeit zu unterbieten. Das ist ein exakter Schnitt von 6 Minuten pro Kilometer. Das war schon ein relativ straff gesetztes Ziel, denn meine beste Trainingszeit vorher lag knapp über 1:27:00.

Aber was soll ich sagen? Es hat sich gelohnt, denn ich habe mein Ziel erreicht:

Der nächste Halbmarathon kann kommen!

Der UVL wird übrigens dieses Jahr leider nicht in dieser Form stattfinden. Aber 2013 wird die Veranstaltung wohl wiederholt. Wer weiß, vielleicht bin ich bis dahin auch fit genug, um die volle 28er Strecke angehen zu können. Im Moment sieht es ganz danach aus.