52 Filme #10 – Horrorfilme: Ju-On – The Grudge

Horrorfilme sind eigentlich das perfekte Thema für mich. Schon seit vielen Jahren ist die Gattung der Horrorfilme in all ihrer Vielfalt mit Abstand mein liebstes Genre, doch gerade deshalb fiel es mir sehr schwer, hier einen einzigen Vertreter der Gattung auswählen zu müssen – schließlich kenne ich so viele sehr gute Horrorfilme, die meinen Filmgeschmack über die Jahre hinweg geprägt haben.

Als einen besonderen Film dieser Gattung wähle ich – stellvertretend für eine bestimmte Stilrichtung – ein Werk, das es geschafft hat, mich nach all den Jahren noch einmal zu überraschen, so richtig zu packen und zu gruseln.

Ju-On: The Grudge. Damit meine ich ausdrücklich nicht das amerikanische Remake, sondern das japanische Original aus dem Jahr 2002. Genau genommen war zwar schon der japanische Kinofilm kein Original mehr, denn schon im Jahr 2000 gab es eine gleichnamige japanische TV-Produktion, die auch schon eine TV-Fortsetzung nach sich zog, aber da bin ich mal nicht so kleinlich.

Die Japaner – beziehungsweise die Asiaten allgemein – haben mit Filmen wie Ju-On, Dark Water, Ringu, Kairo (und noch vielen mehr) ein Genre quasi neu definiert. Diese Filme haben ihre ganz eigene, düstere Atmosphäre und sind spannender und gruseliger als die meisten Filme der vorherigen Jahrzehnte. Definitiv spannender und überzeugender als alles, was die amerikanische Filmindustrie in den letzten Jahren liefern konnte. Die meisten Zuschauer hierzulande kennen die Originale leider nicht einmal, sondern sehen sich nur all die einfallslosen, unkreativen Remakes aus der Fließbandfabrik Hollywood an, oft sogar ohne zu wissen, dass es sich dabei überhaupt um Remakes handelt, was ich sehr schade finde.

Ich persönlich habe diese Gattung 2003 für mich entdeckt. Der thailändische The Eye war der erste derartige asiatische Gruselfilm, der in meinem DVD-Player landete. Unverhofft und überraschend hat er mich vollkommen umgehauen, doch das war nur der Anfang einer langen Freundschaft. Kurz darauf sah ich mir Kairo, RinguDark Water und schließlich auch Ju-On an. Während Ju-On also lange nicht der erste derartige Film war, den ich zu Gesicht bekam, ist er bis heute der beste geblieben. Er weist alle typischen Merkmale auf, die diese Filme so besonders machen, und treibt jedes einzelne davon auf die Spitze. Schon alleine dieses kehlige, gurrende Geräusch, das im Film so oft vorkommt, hat lange Zeit ausgereicht, mir einen Schauer über den Rücken zu jagen. Nervenzerfetzende Spannung, düstere Atmosphäre, super platzierte Schocks, der Film bietet alles was der Fan braucht.

Die Fortsetzung war dann leider einen Tick schwächer – im Prinzip war sie nicht wirklich schlecht, aber eben nur eine glatte Wiederholung des ersten Teils, ohne etwas neues zu bieten. Sollte man als Fan dennoch ebenfalls gesehen haben. Ausnahmsweise kann ich hier sogar das amerikanische Remake empfehlen. Das hatte ich mir eigentlich nur wegen Sarah Michelle Gellar angesehen, ohne große Erwartungen zu hegen, aber dank der Regie von Takashi Shimizu, der auch schon die beiden Originale gedreht hatte, und der somit mehr oder weniger japanischen Herkunft des Remakes (der größte Teil wurde in Japan gedreht), ist sogar ein sehr brauchbarer Film entstanden. Irgendwie hat das gesamte Ju-On-Universum bis heute keine schlechten Filme hervorgebracht, das ist auch nicht selbstverständlich.

Seit diesen ersten Filmen, die mich so sehr vom asiatischen Horrorkino überzeugt haben, habe ich viele weitere Filme aus dieser Richtung gesehen. Ich habe alles geradezu verschlungen. Darunter waren auch später noch einige Highlights, selbst heute taucht ab und zu noch ein neues Kleinod auf, aber die Klasse und Qualität und vor allem den nervenzerreißenden Gruselfaktor von Ju-On hat bis heute keiner mehr erreicht.

 

Dieser Blogeintrag zum Thema „Horrorfilme“ ist ein Teil des Blogprojektes 52 Filme von Halliway. Jede Woche wird ein neues Thema vorgegeben, zu dem es dann einen passenden Film zu wählen gilt, über das jeder teilnehmende Blogger seinen Senf in Form eines Blogeintrages abgeben kann.

52 Filme #9 – Beste Fortsetzung: Aliens

Die Filme der Alien-Reihe gehören generell zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Jeder Teil ist für sich ein geniales Meisterwerk und ein bisschen anders als die anderen, lediglich der vierte Teil hat leider etwas nachgelassen im Vergleich zu seinen Vorgängern.

Während mir schon der erste Teil mehr als nur gut gefallen hat (ich war auch sehr froh, ihn bei seiner erneuten Kinoauswertung als Director’s Cut noch auf der großen Leinwand sehen zu dürfen), ist der zweite für mich immer der absolute Höhepunkt der Serie gewesen. Er verbindet gekonnt die wichtigen Elemente mehrer Genres miteinander – die Science Fiction-/Horrorelemente des ersten Teils sind natürlich immer noch präsent, dazu kommt mehr Action und sogar etwas Kriegsfilm-Flair. Ein bunte Mischung aus allen möglichen Zutaten – und ein äußerst schmackhaftes Ergebnis, für mich definitiv die beste Fortsetzung!

 

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52 Filme #8 – Bester Soundtrack (Filmmusik): Sucker Punch

Beim Thema beste Filmmusik fällt es mir nicht schwer, einen Film aus den letzten Jahren auszuwählen: Sucker Punch.

Ein Film, der die Filmfans in zwei Lager gespalten hat – man liebt ihn oder man hasst ihn. Ich zähle mich zur ersten der beiden Gruppen. Der Film ist zweifellos eine audiovisuelle Bombe. Er kommt allerdings dennoch überraschend tiefgründig daher durch seine Handlung, die von Missbrauch, Unterdrückung und Realitätsflucht erzählt, auf eine ziemlich packende Weise. Also keineswegs „style over substance“, wie es viele behaupten, die den Film einfach nicht verstanden haben.

Der Soundtrack ist generell über den ganzen Film durchgehend sehr stimmig gewählt, aber zwei Szenen sind es, die besonders auffallen. Einmal das geniale Intro, mit einer Coverversion des Songs „Sweet Dreams“, gesungen von der Darstellerin Emily Browning selbst:

Die zweite, besonders gut gewählte Szene ist die folgende – untermalt von dem Song „Where is my Mind“, ursprünglich von den Pixies, auch hier speziell für den Film neu interpretiert:

Ein Film, der mich immer wieder aufs Neue umhaut.

 

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52 Filme #7 – Geschüttelt, nicht gerührt: Casino Royale

Bond, James Bond. Damit wären wir schon beim siebten Thema angekommen. Die eher klassischen Bond-Filme (vor Brosnan) habe ich zwar früher auch schon gesehen, war aber nie der größte Fan. Goldeneye war dann der erste, den ich mir im Kino angesehen hatte. Den fand ich auch ziemlich stark, wie auch die Fortsetzung Tomorrow Never Dies. Dann wurden die nächsten beiden Brosnan-Bonds leider etwas schwächer, es war einfach Zeit für frischen Wind.

Und genau diesen frischen Wind brachte Daniel Craig mit Casino Royale. Ein Bond, der erfrischend anders war. Einerseits ist der Hauptdarsteller zumindest für mich eine gute Portion sympathischer als Brosnan es war, andererseits geht auch der Film selbst neue Wege. Er reduziert das Ganze eher auf das Wesentliche, lässt überflüssige Spielereien weg. Es war interessant zu sehen, wie Bond zu dem Bond wurde, den wir kennen. Man hat das Gefühl, die Geburt eines neuen Kultcharakters zu erleben.

– Vodka-martini.
– Shaken or stirred?
– Do I look like I give a damn?

Der Film setzte in der Reihe zweifellos durch seine trockene, aber harte und rasante Action sowie seine gesamte Umsetzung und Craigs brillante Verkörperung der Rolle neue Maßstäbe. Bleibt nur zu hoffen, dass Craig uns noch eine Weile als neuer Bond erhalten bleibt.

 

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52 Filme #6 – Katastrophen kommen selten allein: Knowing

Zugegebenermaßen habe ich bei diesem Thema etwas länger gebraucht, bis mir ein passender Film eingefallen ist, denn normalerweise kann ich mit klassischen Katastrophenfilmen eher weniger etwas anfangen.

Twister finde ich langweilig, daher wollte ich den nicht nehmen. Ausserdem nehmen den bestimmt schon alle anderen. The Sinking of Japan wäre mir als Alternative auch noch eingefallen, aber dann habe ich mich plötzlich wieder an Knowing erinnert – der Film ist zwar nicht gerade ein Katastrophenfilm im strengen, klassischen Sinn – aber was soll’s, er ist nahe genug dran.

Knowing schafft es, die Elemente des klassischen Katastrophenfilms gekonnt mit einem Hauch Science Fiction und ein wenig gruseligem Horror beziehungsweise einer deftigen Portion Spannung zu verbinden.

Der Film zeigt ein relativ realistisches Szenario, wie es heute oder morgen passieren und uns alle auslöschen könnte. OK, vermutlich nicht ganz so unangekündigt und spontan, wie der Film es zeigt, aber näher an der Realität als so manch anderer Katastrophenfilm.

Knowing hat einige sehr packende und teilweise überraschende Szenen, beispielsweise einen sehr intensiv umgesetzten Flugzeugabsturz, einen U-Bahn-Crash und weitere große Disaster – bis hin zum größtmöglichen. Diese Szenen haben mich mehrfach ziemlich sprachlos im Kinosessel sitzen lassen. Hier wird dem Zuschauer klar vorgeführt, wie klein und unbedeutend wir Menschen eigentlich sind. Eine unwichtige, kurzzeitige Erscheinung im Lauf des Universums, mehr nicht. Uns wird keiner nachtrauern.

Mein einziger Kritikpunkt ist dann das Ende, denn das ist irgendwo wieder typisch Hollywood, zu sehr happy end, schwachsinnig und over the top. Ich will nicht spoilern, aber dieser Schluss hätte echt nicht sein müssen. Wären die letzten 15 Minuten ein wenig anders gewesen, wäre der Film fast perfekt.

Aber insgesamt bleibt mein Fazit dennoch: Knowing ist ein verdammt guter, packender, intensiver Film.

 

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