Das koreanische Filmarchiv KOFA

Die werte Sarah hat da etwas gefunden. Das koreanische Filmarchiv KOFA, online erreichbar unter http://www.koreafilm.org, hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich um die Archivierung und den Erhalt jedes koreanischen Filmmaterials zu bemühen. Unter dem Slogan “don’t throw film away” sammelt das zur FIAF (International Federation of Film Archives) gehörige Archiv seit 1974 alles, was an Material existiert und noch zugänglich ist.

Die Geschichte des Archivs ist schon sehr interessant zu lesen und seine Arbeit ist sowieso sehr lobenswert, besonders erwähnenswert ist jedoch der YouTube-Account dieser Organisation. Das Archiv stellt auf YouTube einen Teil der klassischen Filmkunst frei zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um mittlerweile rechtefrei gewordene Filme, eine ganz bunt gemischte Auswahl von den 40er Jahren bis in die 90er. Die gebotene Qualität ist unterschiedlich, teilweise etwa auf DVD-Niveau, teilweise sogar in HD bis zu 1080p. Alle Filme liegen dort im koreanischen Originalton vor und sind englisch untertitelt.

Die einzelnen Filme sind hinter diesem Link aufgelistet. Dort gibt es sie auch noch in diversen Playlisten thematisch sortiert.

Ich bin zwar schon seit Jahren ein großer Freund des koreanischen Kinos, aber innerhalb dieser Auswahl der älteren Klassiker kenne ich bisher noch keinen einzigen Film. Hier schlummert sicherlich der eine oder andere Schatz, den man entdecken könnte. Ein guter Tipp für alle Freunde des asiatischen Kinos.

52 Filme #14: Herr der Ringe

Typisch. Hätte ich vor zwei Wochen geahnt, dass die LOTR-Filme noch als eigenes Thema im Rahmen des “52 Filme” Projektes an die Reihe kommen, hätte ich den Eintrag zu den Buchverfilmungen natürlich einem anderen Film gewidmet. Nun führt kein Weg daran vorbei, nochmal über die Filme zu schreiben, denn diese Themenvorgabe lässt keine andere Wahl zu.

Wenigstens ist es ein Frage-Antwort-Spiel, also immerhin ein wenig Kontrast zum letzten Beitrag. Außerdem werde ich mich dieses Mal wohl etwas kürzer fassen. Los geht’s.

Was kam zuerst: Das Buch oder der Film?

Wie schon im letzten Beitrag ausführlich geschrieben: Die Filme sah ich zuerst. Glücklicherweise – sonst hätte ich die Filme womöglich nicht mal im Kino sehen wollen und hätte dies später wohl bereut.

Warst du im Kino oder hast du bis zur DVD/TV-Veröffentlichung gewartet?

Ich habe jeden der Filme im Kino gesehen. Der erste Teil hat mich noch ein klein wenig überrascht, da ich bis zu diesem Punkt noch keine Erwartungen hatte. Danach war es aber vollkommen klar, dass es sich hierbei um etwas ganz großes handeln wird und somit waren die weiteren Kinobesuche in den folgenden Jahren schon sicher. Nach dem dritten Teil hat mir im Folgejahr einfach etwas gefehlt, was schon fast zur Routine für mich geworden war.

Was hat dich am meisten beeindruckt?

Im ersten Teil hat mir noch die düstere Atmosphäre am Besten gefallen. Eigentlich hat mich schon das Intro gepackt, aber spätestens bei der Szene mit dem ersten aus der Nähe sichtbaren Nazgul am Rand des dunklen Weges war ich hin und weg, da bekomme ich heute noch eine Gänsehaut. In den Fortsetzungen waren es dann eher die immer gigantischeren Schlachten, die anfangs noch völlig aussichtslos und sicher verloren scheinen aber dann doch im letzten Moment durch einen spontan auftauchenden Retter samt Armee umentschieden werden.

Wer ist dein Herr der Ringe Lieblingscharakter?

Schwere Entscheidung, aber: Aragorn. Schon sein erster Auftritt als zurückhaltender Beobachter und Hobbitretter weiß zu überzeugen, seine spätere Präsenz ist unglaublich. Bei der großen Feier gegen Ende – Stichwort: “My friends. You bow to no one.” – bekomme ich auch heute noch, nach der x-ten Betrachtung der Reihe, leicht feuchte Augen. Wenn ein Film das schafft, hat er alles richtig gemacht.

Welche Story innerhalb des Filmes hat dir am besten gefallen?

Ganz schwere Entscheidung. Hier müsste ich vieles nennen, aber ich entscheide mich jetzt mal einfach für alles, was Gandalf im Laufe der Trilogie durchmachen muss. Ganz besonders beeindruckend natürlich seine Begegnung mit dem Balrog, der nicht vorbei darf, einschließlich des folgenden Kampfes und seiner überraschenden Rückkehr. Aber auch die Nebenhandlung um Saruman war spannend – “Nebenhandlung”, weil sie lustigerweise aus der Kinofassung des dritten Teils komplett entfernt wurde, weswegen Christopher Lee nicht ganz unberechtigterweise not amused war. Von all den Schlachten, die er durch seine Mithilfe mitentschieden hat, ganz zu schweigen.

Welcher Teil von Herr der Ringe hat dir am besten gefallen?

Auch das ist eine schwere Entscheidung. Die Fragen sind aber auch fies. :D Eigentlich weigere ich mich, einen Teil auszuwählen. Wenn ich müsste, würde ich wohl entweder den ersten (wegen seiner düsteren Atmosphäre) oder den dritten Teil (wegen der gigantischsten aller Schlachten und einer epischen Rede nach der anderen) wählen. Aber ich lasse es und sehe die Reihe als ein Gesamtwerk, das man nicht trennen sollte.

Gibt es etwas, dass du von der Handlung her geändert hättest?

Nein. Wobei… siehe nächste Frage!

Was hat dir im Film so gar nicht gefallen?

Das einzige, was mich ein kleines Bisschen gestört hat, war die spätere Entwicklung zwischen den drei Gefährten Frodo, Sam und Gollum. Dass Frodo sich hier so leicht in Gollums Bann ziehen lässt und dabei seinem besten Freund so schnell misstraut, war mir immer ein Dorn im Auge. Außer diesem kleinen Kritikpunkt wüsste ich nicht viel an der Verfilmung auszusetzen. “Gar nicht gefallen” wäre hier allerdings ein wenig übertrieben ausgedrückt, denn letzten Endes hätte ich auch nicht gewusst, wie man diese Situation hätte anders darstellen können. Vielleicht wäre es dann auch unglaubwürdig geworden.

Wirst du dir den kleinen Hobbit angucken?

Natürlich, daran führt kein Weg vorbei. Es gibt zwar dieses Jahr Filme, auf die ich persönlich noch ein wenig gespannter warte (Prometheus & The Dark Knight Rises – an beide habe ich mittlerweile unglaublich hohe Erwartungen), aber der Hobbit steht zumindest auf Platz 3 meiner Most-Wanted-Liste und wird dann auch gebührend zelebriert. Es wird endlich mal Zeit, die Reihe auf BD anzuschaffen.

 

Dieser Blogeintrag zum Thema “Der Herr der Ringe” ist ein Teil des Blogprojektes 52 Filme von Halliway. Jede Woche wird ein neues Thema vorgegeben, zu dem es dann einen passenden Film zu wählen gilt, über den jeder teilnehmende Blogger seinen Senf in Form eines Blogeintrages abgeben kann.

52 Filme #13 – Deutsche Filme: Flashback

In der Regel bin ich von deutschen Filmen nicht ganz so einfach zu begeistern. Wenn man unseren Filmoutput mit dem unserer Nachbarländer wie beispielsweise den Franzosen oder Spaniern vergleicht, die in den letzten Jahren (Horror-)Filme wie High Tension, Irreversibel, Menschenfeind, InsideMartyrs[REC] und Kidnapped quasi wie am Fließband produzieren, um nur einige der populärsten Titel zu nennen, während unsere Filmemacher gewisse Genres immer noch scheuen wie eine Katze das Wasser, stehen die Deutschen ganz schön traurig da. Klar, “wir” haben auch einige großartige Filme geschaffen. Aber sieht man von Das Experiment, Das Boot oder Der Untergang einmal ab, werden die Beispiele schon langsam knapp.

Abgesehen von den haufenweise auf den Markt gesch(m)issenen Amateurschinken, über die ich an dieser Stelle lieber den Mantel des Schweigens ausbreite, ist die Luft hierzulande verdammt dünn. Doch nicht immer ist alles schlecht. Ab und an hat auch hierzulande der eine oder andere ganz passable Horrorfilm das Licht der Welt erblickt. Einer dieser wenigen Filme war Flashback.

Klar, das war kein extrem spannender und intensiver Terrorfilm, wie wir sie heute schon fast gewöhnt sind, aber für deutsche Verhältnisse doch ein sehr brauchbarer Slasher. Für viele war er nur ein uninteressantes Scream-Plagiat, das aufgrund der Besetzung mit Soap-Darstellern auch nicht wirklich mit schauspielerischen Höchstleistungen glänzte, aber für mich war er definitiv unterhaltsam und hatte mir zumindest damals besser gefallen als beispielsweise Anatomie, der einen der wenigen etwa zeitgleich konkurrierenden deutschen Filme darstellte. Er präsentierte uns eine schöne Hommage an die Klassiker à la Freitag, der 13. und weckte sogar Erinnerungen an Psycho.

Viel mehr kann ich heute leider nicht mehr über den Film schreiben, denn die Sichtung liegt schon viel zu lange zurück. So richtig ungekürzt war er auch nie auf DVD erhältlich, lediglich in ein oder zwei PayTV-Ausstrahlungen war er in seiner vollen Pracht in einer verlängerten Fassung zu bewundern. Er ist natürlich kein Meisterwerk, vor allem nicht verglichen mit der heutigen europäischen Konkurrenz, sicher wird ihn in der Runde der Teilnehmer auch niemand außer mir erwähnen. Für mich hat er aber einen klaren Exotenbonus und, hey, besser und unterhaltsamer als der ganze Schuh des Manitu-Einheitsbrei ist der doch allemal, oder?!

 

Dieser Blogeintrag zum Thema “deutsche Filme” ist ein Teil des Blogprojektes 52 Filme von Halliway. Jede Woche wird ein neues Thema vorgegeben, zu dem es dann einen passenden Film zu wählen gilt, über den jeder teilnehmende Blogger seinen Senf in Form eines Blogeintrages abgeben kann.

52 Filme #12 – Serienverfilmungen: Serenity (Firefly)

- Well, if she doesn’t get us some extra flow from the engine room to offset the burn-through, this landing is gonna get pretty interesting.
– Define “interesting”.
– Oh God, oh God, we’re all gonna die!

Wenn man das Thema Serien-Verfilmung anspricht, lässt man mir eigentlich gar keine andere Wahl als den ganz offensichtlichen Film zu wählen: Serenity. Ich werde weder der Erste noch der Letzte sein, der über diesen Film schreibt, aber er hat auch nicht weniger Ruhm verdient. Er basiert auf der Serie Firefly, die leider immer noch nicht bekannt genug ist und nicht oft genug empfohlen werden kann. Sie ist das perfekte Beispiel für die Unfähigkeit des amerikanischen TV-Senders Fox – denn dieser hat die Serie schon nach der ersten Staffel (beziehungsweise sogar vor deren Ende) abgesetzt. Die Einschaltquoten waren den Verantwortlichen nicht hoch genug – was jedoch kein Wunder ist, hat man doch bei der Erstausstrahlung so ziemlich alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Zuerst hat man die eigentliche Pilotepisode, die alle Charaktere einführt, nicht als erstes ausgestrahlt, sondern lieber mit der zweiten Episode begonnen, bloß weil diese etwas actionreicher war. Weiterhin hat man einen denkbar schlechten Sendeplatz für eine Serie gewählt – Freitag Abend, ja klar, warum auch nicht?

Die Pilotfolge (diese trug übrigens auch schon den Titel “Serenity”) wurde dann letzten Endes als die allerletzte Folge vor der Absetzung der Serie doch noch ausgestrahlt – passend, so konnte man die Figuren dann so richtig kennen lernen, bevor die Serie im Nirvana verschwand. Angesichts solcher Dämlichkeit eines TV-Senders fällt mir nicht mal mehr ein passender Fluch ein.

So geschah es also, dass die Serie nach elf ausgestrahlten Episoden (obwohl insgesamt 14 produziert worden waren) abgesetzt wurde. Die Serie hatte jedoch schon eine sehr große und solide Fanbasis, weswegen sich die anschließende DVD-Veröffentlichung sehr gut verkaufte. Aufgrund dieses kleinen Erfolges schaffte es Joss Whedon, der Macher der Serie (der zuvor übrigens schon die ebenfalls großartigen Serien Buffy und Angel erschaffen hatte), bei Universal die Freigabe und das Budget für einen abschließenden Kinofilm zu erlangen. Gesagt, getan, im Jahr 2005 startete der Film Serenity weltweit im Kino.

Den Film betrachte ich immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits bringt er die Serie zu einem schönen Abschluss und löst die meisten noch offenen Fragen, die die Serie vorher aufgeworfen hatte, auf eine sehr spannende und unterhaltsame Art und Weise auf. Andererseits finde ich es schade, den ganzen Stoff als so abruptes Ende in so kurze Zeit gequetscht sehen zu müssen, der locker für mindestens eine weitere Staffel in ebenbürtiger Qualität gereicht hätte. Es steckte einfach noch so viel ungenutztes Potential in der Serie und ihren Figuren. Aber letzten Endes muss man als Fan sehr froh sein, dass der Film überhaupt gedreht werden konnte.

Firefly/Serenity hat einen guten Platz im Regal verdient – und im Prinzip sollte man sich die komplette Serie inklusive Film mindestens einmal im Jahr am Stück ansehen. Das ist aufgrund des geringen Umfangs ja auch kein zeitliches Problem. Da fällt mir ein, es wäre mal wieder an der Zeit für ein Firefly-Wochenende!

Take my love, take my land
Take me where I cannot stand
I don’t care, I’m still free
You can’t take the sky from me
Take me out to the black
Tell ‘em I ain’t comin’ back
Burn the land and boil the sea
You can’t take the sky from me
There’s no place I can be
Since I found serenity
But you can’t take the sky from me

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52 Filme #11 – Vom Buch zum Film: The Lord of the Rings

Zum Thema Buchverfilmungen fällt mir spontan Lord of the Rings ein. Allerdings nicht, weil die Buchvorlage besonders gut gewesen wäre, nein, ganz im Gegenteil – weil ich die Bücher schon immer ziemlich langweilig und unspannend fand, es Peter Jackson aber geschafft hat, aus der Vorlage eine ganz großartige Trilogie zu zaubern.


Viele werden mit dem Kopf schütteln und nicht verstehen, wieso ich die Bücher langweilig finde. Nun ja, ich hatte das früher schon öfter gehört und mich deswegen eigentlich immer davor gedrückt, die Reihe zu lesen. Irgendwann startete dann der erste Teil im Kino und ich ging ihn mir tatsächlich ansehen. Eben nicht, weil mich die Vorlage oder Geschichte an sich interessierte, sondern eigentlich nur weil die Verfilmung von Peter Jackson kam, der seit Braindead, einem seiner ersten Werke, einer meiner Lieblingsregisseure war. Doch dieser ist nur einer von seinen vielen guten Filmen abseits des Mainstreams, ich gab dem neuen Werk also seine Chance auf der großen Leinwand. Selbstverständlich hat mich der Film vollkommen überwältigt – heute ist die Trilogie zusammen mit Star Wars und Indiana Jones eine der drei größten und besten Trilogien der Filmgeschichte überhaupt und zählt zu meinen Lieblingsfilmen.

Mein Interesse an den Büchern war nach dem Genuss des ersten Films natürlich geweckt. Ich beschloss, mir die Bücher doch noch zu kaufen und sie zu lesen. Ich wollte das aber nicht zwischen den Filmen tun, sondern wollte zuerst die Filme komplett sehen und später die Bücher lesen, damit ich mir nicht die Spannung und Vorfreude auf den nächsten Teil nehme. Das hat sich als eine gute Entscheidung erwiesen.

Nachdem auch der letzte Teil im Kino gelaufen war, ich alles gesehen hatte und somit den vollständigen Verlauf der Geschichte kannte, bestellte ich die Bücher und habe eines nach dem anderen gelesen. Alle. Zuerst das Silmarillion, dann den Hobbit, dann die eigentliche Trilogie. War das den Filmen ebenbürtig oder gar überlegen? Keinesfalls. Ich habe mich geradezu durch die Bücher quälen müssen. Normalerweise lese ich sehr gerne und viel. In dieser Zeit habe ich im Schnitt fast ein Buch pro Woche gelesen, teils sogar mehr, eine generelle Leseunlust kann es also nicht gewesen sein. Dass das Silmarillion einfach nur eine trockene und verdammt langweilige Aufzählung vieler Stammbäume ist, in dem man nur erfährt wer mit wem welche Nachkommen gezeugt hat, Generation für Generation, immer wieder, immer wieder, immer wieder, das kann man nicht leugnen. Damit hatte ich auch vorher schon gerechnet, daher hatte ich noch die Hoffnung dass es noch besser werden würde. Wurde es aber nicht, zumindest nicht viel besser. Am flüssigsten und kurzweiligsten las sich noch der Hobbit, aber die Haupttrilogie war auch viel zu langweilig und belanglos, um mich auch nur in irgend einer Form zu packen. Hätte ich die Filme nicht gekannt und nicht gewusst, was für ein geniales Meisterwerk Peter Jackson aus dieser Vorlage gezaubert hatte, hätte ich die Reihe vermutlich nicht mal bis zum Ende gelesen. Und das muss bei mir schon was heißen.

Darum Hut ab vor Peter Jackson. Er ist wirklich ein Meister seines Fachs und macht sogar aus Scheiße einer sehr anstrengenden und langweiligen Vorlage noch Gold.

 

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