Das koreanische Filmarchiv KOFA

Die werte Sarah hat da etwas gefunden. Das koreanische Filmarchiv KOFA, online erreichbar unter http://www.koreafilm.org, hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich um die Archivierung und den Erhalt jedes koreanischen Filmmaterials zu bemühen. Unter dem Slogan “don’t throw film away” sammelt das zur FIAF (International Federation of Film Archives) gehörige Archiv seit 1974 alles, was an Material existiert und noch zugänglich ist.

Die Geschichte des Archivs ist schon sehr interessant zu lesen und seine Arbeit ist sowieso sehr lobenswert, besonders erwähnenswert ist jedoch der YouTube-Account dieser Organisation. Das Archiv stellt auf YouTube einen Teil der klassischen Filmkunst frei zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um mittlerweile rechtefrei gewordene Filme, eine ganz bunt gemischte Auswahl von den 40er Jahren bis in die 90er. Die gebotene Qualität ist unterschiedlich, teilweise etwa auf DVD-Niveau, teilweise sogar in HD bis zu 1080p. Alle Filme liegen dort im koreanischen Originalton vor und sind englisch untertitelt.

Die einzelnen Filme sind hinter diesem Link aufgelistet. Dort gibt es sie auch noch in diversen Playlisten thematisch sortiert.

Ich bin zwar schon seit Jahren ein großer Freund des koreanischen Kinos, aber innerhalb dieser Auswahl der älteren Klassiker kenne ich bisher noch keinen einzigen Film. Hier schlummert sicherlich der eine oder andere Schatz, den man entdecken könnte. Ein guter Tipp für alle Freunde des asiatischen Kinos.

Gut gelaufen!

Heute, gegen 9:30 Uhr in der Frühe, war ich ganz spontan beim “Beilsteinlauf” angetreten. Hierbei handelt es sich um einen 10km-Lauf in der Gegend um das Örtchen Hochspeyer, drei Orte von hier entfernt.

Von diesem Lauf habe ich erst am späten Donnerstagabend erfahren, daher freut es mich umso mehr, dass es so spontan noch geklappt hat, mit meinem alten “Internetbekannten” Alex aus Dossenheim und zwei Arbeitskollegen teilzunehmen.

Eigentlich hatte ich in den letzten Monaten gezielt auf einen Halbmarathon (beziehungsweise mehrere, über das restliche Jahr verteilt) hin trainiert, aber so einen spontanen, kleinen 10er Lauf kann man doch immer dazwischen schieben. Da sich meine Zeiten auf den kürzeren Strecken seit dem Halben vor zwei Wochen stark verbessert haben, wollte ich austesten, wie schnell ich die 10km eigentlich schaffen kann, wenn ich hinterher nicht noch weitere 11km laufen muss. Kürzlich hatte ich im Training die 55 Minuten knapp unterboten, diesen persönlichen “Rekord” wollte ich heute etwas tiefer stecken. Das hat leider nicht so ganz funktioniert. Aber mehr dazu später.

Eigentlich war das ein sehr schöner Lauf in einer hübschen Gegend. Mit dem Wetter hatten wir wieder tierisches Glück, denn während des Wettkampfes kam kein einziger Tropfen vom Himmel. Matschig war die Strecke auch nicht. Sie führte von Hochspeyer aus quer durch den Wald hinauf bis zu einer alten Burgruine und von dort wieder abwärts in den Ort zurück. Bis auf eine sehr steile Steigung kurz vor der Ruine, die sich zumindest subjektiv ziemlich lange gezogen hat und wirklich verdammt knackig war, ging der restliche Lauf immer wieder leicht bergauf und bergab; im Großen und Ganzen war das Höhenprofil damit deutlich angenehmer als an der Weinstraße vor zwei Wochen.

Der Start war etwas schleppend abgelaufen, man konnte sich zuerst schlecht “freilaufen”. Es hat schon ungefähr 20 Sekunden gedauert, bis ich überhaupt die Startlinie erreicht hatte. Die ersten vier Kilometer gingen dann relativ einfach von der Hand beziehungsweise den Füßen. Ich hatte ein gutes Tempo für mich gefunden und konnte es auch relativ konstant durchziehen. Auf dem dritten Kilometer habe ich mit 4:22 sogar meine bisher schnellste Zeit überhaupt geschafft, zumindest seit ich das mit Endomondo genauer verfolge. Die erwähnte Steigung bei Kilometer 5 hat mich dann allerdings etwas mehr Kraft und Nerven gekostet als erwartet. Ich kam nur schlecht nach oben; es waren viele langsamere Läufer “im Weg”, die man auf diesem sehr schmalen Streckenabschnitt teilweise nur schlecht und unter hoher Anstrengung überholen konnte, obwohl die Kondition prinzipiell ein schnelleres Tempo zugelassen hätte. Hier hatten alle ein wenig gelitten, aber das macht doch den Spaß bei bergigen Läufen aus.

Danach ging es wieder besser voran. Es ging im Schnitt auf der zweiten Streckenhälfte natürlich mehr bergab als bergauf und nachdem ich mich wieder ein wenig von der Steigung erholt hatte, konnte ich hier wieder etwas beschleunigen.

Bis zur neunten Kilometermarke dachte ich eigentlich, ich läge noch gut in der Zeit, um mein Ziel zu erreichen. Irrtum! Bei 9km säuselte mein Smartphone plötzlich “nine kilometers in fifty minutes and…” und ich bekam einen kleinen Schreck. Mist! Die Steigung hatte mich stärker ausgebremst als gedacht. Jetzt müsste ich den zehnten Kilometer in Rekordzeit laufen, um meine Traumzeit noch zu schaffen. Nicht besonders realistisch, obwohl es eigentlich ab diesem Punkt nur noch bergab ging. Dennoch habe ich es versucht und einfach Vollgas gegeben, so gut ich noch konnte. Kurz bevor meine Startnummer am Ziel eingescannt werden konnte, lief ich jedoch noch in einen kleinen Stau, der sich gebildet hatte, weil zu viele Läufer auf einen Schlag im Ziel eingetroffen sind. Das hat mich wieder ein paar Sekunden gekostet.

Meine offizielle Zielzeit: 0:55:38. Damit war ich leider, wie beim neunten Kilometer schon befürchtet, 39 Sekunden zu langsam, um mein selbstgesetztes Ziel “unter 55 Minuten” zu erreichen. Einerseits war das natürlich etwas bitter, da ich diese Zeit im Training schon unterboten hatte. Allerdings könnte man hier wegen der erwähnten Faktoren noch einiges abziehen. Beim Start waren es locker 20-30 Sekunden, bis ich tatsächlich nach dem Startschuss die Startlinie auch überqueren konnte. Dann kam die fiese Rampe zur Burg hinauf. Vor der Ziellinie habe ich nochmal weitere schmerzhafte Sekunden verloren. Diese Probleme bei Start und Ziel hat man bei Laufwettkämpfen ohne Chipmessung allerdings fast immer, das lässt sich prinzipbedingt schlecht vermeiden. Davon abgesehen war der Andrang dieses Jahr scheinbar auch viel stärker als vom Veranstalter erwartet – wenn ich mir die Ergebnisliste des letzten Jahres anschaue, waren dieses Jahr mehr als dreimal so viele Läufer am Start.

Aber das ist alles Gejammer auf hohem Niveau. Letzten Endes war die Strecke anspruchsvoller als meine Trainingsstrecke(n) und somit bin ich mit meiner ersten offiziellen 10er-Zeit durchaus zufrieden. Für den zehnten Platz in meiner Altersklasse hat es noch gereicht. Vor vier bis acht Wochen hätte ich das noch nicht geschafft. Ich freue mich auf die nächsten Läufe, vor allem auf die restlichen Halbmarathonstrecken, die ich mir dieses Jahr noch vorgenommen habe. Drei Halbe werden es 2012 noch mindestens werden. Und auf mindestens einem wird die Zwei-Stunden-Grenze geknackt, damit das klar ist! :)

Hier noch der Link zu meinem Endomondo-Mitschnitt: http://www.endomondo.com/workouts/saG5rFZvj8Y