Cloverfield

Nach all den Jahren und all dem erfolgreich ignorierten Hype ist doch tatsächlich der Film als geliehene BD auch mal in meinem Player gelandet.

Wo fange ich an… Generell fand ich ihn halbwegs gut. Keine Bombe, erst Recht kein Meisterwerk, aber auch nicht gleich schlecht. Oberes Mittelmaß, würde ich sagen.

An Story ist wirklich so gut wie nichts vorhanden. Richtige Identifikationsfiguren, mit denen man sich identifizieren könnte, oder mit denen man mitfühlen könnte, deren Schicksal den Zuschauer einfach interessiert, fehlen ebenfalls. Dazu fehlen einfach die Hintergründe zu den einzelnen Personen – die hier und da eingestreuten Fragmente der älteren Aufnahmen haben mir dafür nicht gereicht. Das wirkt später sogar eher störend als sinnvoll ergänzend.

So passiert es eben, die Leute laufen wirr durch die Gegend, aber so richtig packend ist das nicht. Stellenweise wirds dann schon mal kurz spannend (Stichworte: Jagd durch den U-Bahn Tunnel oder die Biss-Folgen kurz danach, Klettern auf dem Hochhaus), aber großteils dümpelt der Film halt so vor sich hin.

Wirklich schön gemacht war das Monster auch nicht.
Pro: Es ist erst sehr spät ganz zu sehen, das erhält ein klein wenig die Spannung/Vorfreude.
Contra: Sobald man es dann sieht, sieht’s einfach irgendwie hässlich und billig aus. Da waren schon alte Godzillafilme besser.

Gut gefallen hat mir allerdings die Bildqualität. Im Vergleich zu älteren Handkamerafilmen, die teilweise wirkten, als kämen sie aus einer uralten (s/w-)Ranzkamera, war es hier wenigstens eine vernünftige HD-Kamera. Auch allzu übles Rumgewackel hielt sich zum Glück in Grenzen, meistens war die Kameraführung durchaus erträglich. Dafür war der „Kameramann“ aber etwas nervig. Naja, man kann nicht alles haben.

Weiterhin fand ich es sehr schön, dass nichts, aber auch gar nichts, zum Hintergrund des Monsters erklärt wurde. Es taucht einfach auf, woher es kommt, weiß niemand. Die Figuren lassen zwar im Lauf des Films die eine oder andere Theorie verlauten, aber mehr als das bekommt der Zuschauer nicht serviert. So muss das sein, wenigstens einmal wird nicht nach dem üblichen amerikanischen Schema alles zu Tode erklärt, am besten noch mit Steckbrief des Monsters inklusive Geburtsdatum und -ort.

Mein Fazit: Der Film ist nicht so schlecht, wie ich es nach dem ganzen Hype befürchtet hatte. Aber insgesamt muss er sich dennoch hinter die anderen Handkamerafilme stellen, denn die machen es allesamt besser: Blair Witch Project, Paranormal Activity, ja, sogar Cannibal Holocaust – der eigentlich als Vorreiter seines Genres sowieso!

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